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Freibeträge beim Elternunterhalt einfach erklärt

✍️ Autor: Redaktion AMK-Rechtsportal | Aktualisiert: August 2026

Viele Menschen erschrecken, wenn das Sozialamt wegen der Pflegekosten der

Eltern schreibt. Schnell stellt sich die Frage: Muss ich überhaupt zahlen? Die

gute Nachricht: Das Gesetz schützt Ihr eigenes Einkommen und Vermögen

durch verschiedene Freibeträge. Wer seine Rechte kennt, vermeidet unnötige

Zahlungen und kann Forderungen richtig prüfen.

Kinder müssen Elternunterhalt nur unter bestimmten Voraussetzungen

leisten. Seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz werden Kinder

grundsätzlich erst herangezogen, wenn ihr jährliches Bruttoeinkommen

über 100.000 Euro liegt. Zusätzlich bleiben bestimmte Einkommens-

und Vermögenswerte geschützt.

Ratgeber Unterhalt mit Formularen und Berechnungen

⚖️ Wann müssen Kinder überhaupt Elternunterhalt zahlen?

Elternunterhalt kommt erst infrage, wenn die Eltern ihre Pflegekosten nicht selbst

tragen können.

Reichen Rente, Pflegeversicherung und eigenes Vermögen nicht aus,

übernimmt häufig zunächst das Sozialamt die Kosten. Danach prüft die Behörde,

ob unterhaltspflichtige Kinder leistungsfähig sind.

Seit dem 1. Januar 2020 gilt eine deutliche Entlastung.

Liegt das jährliche Bruttoeinkommen unter 100.000 Euro, müssen Kinder

grundsätzlich keinen Elternunterhalt zahlen. Grundlage ist § 94 Abs. 1a SGB XII.

Welche Freibeträge gelten beim Elternunterhalt?

Die wichtigste Grenze ist das Jahreseinkommen.

Einkommensgrenze

Bereich

Freibetrag

Jahresbrutto

bis 100.000 €

Prüfung durch Sozialamt

erst über 100.000 €

Entscheidend ist das Bruttojahreseinkommen eines einzelnen Kindes.

Das Einkommen des Ehepartners wird für diese Grenze grundsätzlich nicht

mitgerechnet.

Welches Vermögen bleibt geschützt?

Auch oberhalb der Einkommensgrenze darf das Sozialamt nicht auf jedes

Vermögen zugreifen.

Geschützt sind häufig:

✅ selbst genutztes Eigenheim

✅ angemessene Altersvorsorge

✅ notwendige Rücklagen

✅ Vermögen für die eigene Existenzsicherung

✅ Rücklagen für notwendige Reparaturen am Haus

Jeder Fall wird einzeln geprüft.

Welche Ausgaben mindern die Leistungsfähigkeit?

Selbst wenn das Einkommen über 100.000 Euro liegt, bedeutet das nicht

automatisch eine Zahlungspflicht.

Berücksichtigt werden unter anderem:

Miete oder Immobilienkredit

Unterhalt für eigene Kinder

Ehegattenunterhalt

angemessene Altersvorsorge

berufsbedingte Aufwendungen

notwendige Versicherungen

Dadurch kann sich der tatsächlich zu zahlende Elternunterhalt erheblich verringern.

So prüft das Sozialamt Ihr Einkommen

Das Sozialamt fordert meist folgende Unterlagen an:

Einkommensteuerbescheid

Gehaltsabrechnungen

Nachweise über Vermögen

Versicherungen

Darlehensverträge

Nachweise über Unterhaltszahlungen

Prüfen Sie jedes Schreiben sorgfältig. Sie müssen nicht automatisch jede Forderung

akzeptieren.

Typische Fehler vermeiden

Viele Betroffene handeln aus Unsicherheit zu schnell.

Diese Fehler kosten oft viel Geld.

❌ Einkommensnachweise ungeprüft versenden

❌ freiwillige Zahlungen leisten

❌ Vermögen falsch angeben

❌ Freibeträge nicht geltend machen

❌ Fristen ignorieren

Lassen Sie sich im Zweifel beraten, bevor Sie eine Verpflichtung anerkennen.

✅ Schritt-für-Schritt: So gehen Sie richtig vor

1️⃣ Schreiben prüfen

Kontrollieren Sie den Absender und die Frist.

2️⃣ Einkommen berechnen

Prüfen Sie, ob Ihr Jahresbrutto überhaupt über 100.000 Euro liegt.

3️⃣ Unterlagen sammeln

Stellen Sie Belege zu Einkommen, Krediten und Altersvorsorge zusammen.

4️⃣ Freibeträge berücksichtigen

Vergessen Sie keine abzugsfähigen Belastungen.

5️⃣ Forderung überprüfen

Nicht jede Berechnung des Sozialamts ist automatisch richtig.

Praxisbeispiel

Beispiel:

Frau M. verdient jährlich 82.000 Euro brutto. Ihre Mutter lebt im Pflegeheim. Das

Sozialamt übernimmt zunächst die Heimkosten. Da Frau M. unter der gesetzlichen

Einkommensgrenze liegt, muss sie grundsätzlich keinen Elternunterhalt leisten.

⚖️ Aktuelles Gerichtsurteil

Bundesgerichtshof (BGH), Beschluss vom 23.10.2024 – XII ZB 6/24

Der Bundesgerichtshof stellte klar, dass bei der Leistungsfähigkeit sämtliche

Umstände des Einzelfalls sorgfältig geprüft werden müssen. Maßgeblich

bleiben die gesetzlichen Schutzvorschriften sowie die angemessene

Absicherung des eigenen Lebensunterhalts. Für Betroffene bedeutet das:

Forderungen des Sozialamts sollten stets auf ihre Berechnung überprüft

werden.

Wichtige Übersicht

Thema

Regel

Einkommensgrenze

100.000 € brutto/Jahr

Gesetz

§ 94 Abs. 1a SGB XII

Zahlungspflicht

nur bei Leistungsfähigkeit

Welche Gesetze sind wichtig?

Vor allem diese Vorschriften spielen eine Rolle:

§ 1601 BGB – Unterhaltspflicht von Verwandten

§ 1603 BGB – Leistungsfähigkeit

§ 94 SGB XII – Übergang von Unterhaltsansprüchen

Angehörigen-Entlastungsgesetz

❓meistgestellte Fragen (FAQ)

Muss ich Elternunterhalt zahlen, wenn ich weniger als 100.000

Euro verdiene?

Nein. Liegt Ihr jährliches Bruttoeinkommen unter 100.000 Euro, besteht

grundsätzlich keine Zahlungspflicht nach § 94 Abs. 1a SGB XII.

Zählt das Einkommen meines Ehepartners mit?

Nein. Für die Einkommensgrenze wird grundsätzlich nur Ihr eigenes jährliches

Bruttoeinkommen berücksichtigt.

Ist mein Eigenheim geschützt?

Ein selbst bewohntes, angemessenes Eigenheim bleibt in vielen Fällen

geschützt. Ob Ausnahmen bestehen, hängt von den Umständen des Einzelfalls

ab.

Autor: „Fachredaktion Familienrecht“

AMK-Rechtsportal

Diese Beiträge wurden von der Redaktion von AMK-Rechtsportal erstellt.

Die Inhalte basieren auf sorgfältiger Recherche von Gesetzestexten und aktueller

Rechtsprechung. Inhalte werden regelmäßig mit juristischen Quellen abgeglichen.

Unser Ziel ist es, rechtliche Themen verständlich und praxisnah darzustellen.

Geprüfte Inhalte - Verständlich und praxisnah erklärt - Regelmäßig aktualisiert

Hinweis: Die Artikel stellen keine Rechtsberatung dar.

Namensänderung Die Kosten für eine Namensänderung eines Kindes hängen davon ab, auf welcher gesetzlichen Grundlage die Namensänderung erfolgt.
Viele Leser interessieren sich anschließend auch für: weitere wichtige Themen rund um den Unterhalt
Vaterschaft anfechten Die rechtlichen Vorgaben zur Vaterschaft wurden zuletzt überarbeitet. Ziel der Reform ist es, die Rechte biologischer Väter sowie den Schutz des Kindeswohls besser miteinander in Einklang zu bringen.
Aufenthaltsbestimmungsrecht Eine Übertragung auf einen Elternteil erfolgt nur, wenn das Kindeswohl gefährdet ist oder eine klare Regelung notwendig wird.
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Freibeträge beim

Elternunterhalt einfach erklärt

✍️ Autor: Redaktion AMK-Rechtsportal | Aktualisiert: August 2026

Viele Menschen erschrecken, wenn das Sozialamt

wegen der Pflegekosten der Eltern schreibt.

Schnell stellt sich die Frage: Muss ich überhaupt

zahlen? Die gute Nachricht: Das Gesetz schützt Ihr

eigenes Einkommen und Vermögen durch

verschiedene Freibeträge. Wer seine Rechte kennt,

vermeidet unnötige Zahlungen und kann

Forderungen richtig prüfen.

Kinder müssen Elternunterhalt nur unter

bestimmten Voraussetzungen leisten. Seit

dem Angehörigen-Entlastungsgesetz werden

Kinder grundsätzlich erst herangezogen,

wenn ihr jährliches Bruttoeinkommen über

100.000 Euro liegt. Zusätzlich bleiben

bestimmte Einkommens- und

Vermögenswerte geschützt.

⚖️ Wann müssen Kinder überhaupt

Elternunterhalt zahlen?

Elternunterhalt kommt erst infrage, wenn die Eltern

ihre Pflegekosten nicht selbst tragen können.

Reichen Rente, Pflegeversicherung und eigenes

Vermögen nicht aus, übernimmt häufig zunächst

das Sozialamt die Kosten. Danach prüft die

Behörde, ob unterhaltspflichtige Kinder

leistungsfähig sind.

Seit dem 1. Januar 2020 gilt eine deutliche

Entlastung.

Liegt das jährliche Bruttoeinkommen unter 100.000

Euro, müssen Kinder grundsätzlich keinen

Elternunterhalt zahlen. Grundlage ist § 94 Abs. 1a

SGB XII.

Welche Freibeträge gelten beim

Elternunterhalt?

Die wichtigste Grenze ist das Jahreseinkommen.

Einkommensgrenze

Bereich

Freibetrag

Jahresbrutto

bis 100.000 €

Prüfung durch Sozialamt

erst über 100.000 €

Entscheidend ist das Bruttojahreseinkommen eines

einzelnen Kindes.

Das Einkommen des Ehepartners wird für diese

Grenze grundsätzlich nicht mitgerechnet.

Welches Vermögen bleibt geschützt?

Auch oberhalb der Einkommensgrenze darf das

Sozialamt nicht auf jedes Vermögen zugreifen.

Geschützt sind häufig:

✅ selbst genutztes Eigenheim

✅ angemessene Altersvorsorge

✅ notwendige Rücklagen

✅ Vermögen für die eigene Existenzsicherung

✅ Rücklagen für notwendige Reparaturen am Haus

Jeder Fall wird einzeln geprüft.

⚖️ Aktuelles Gerichtsurteil

Bundesgerichtshof (BGH), Beschluss vom

23.10.2024 – XII ZB 6/24

Der Bundesgerichtshof stellte klar, dass bei der

Leistungsfähigkeit sämtliche Umstände des

Einzelfalls sorgfältig geprüft werden müssen.

Maßgeblich bleiben die gesetzlichen

Schutzvorschriften sowie die angemessene

Absicherung des eigenen Lebensunterhalts. Für

Betroffene bedeutet das: Forderungen des

Sozialamts sollten stets auf ihre Berechnung

überprüft werden.

Wichtige Übersicht

Thema

Regel

Einkommensgrenze

100.000 €

brutto/Jahr

Gesetz

§ 94 Abs. 1a

SGB XII

Zahlungspflicht

nur bei Leistungsfähigkeit

Welche Gesetze sind wichtig?

Vor allem diese Vorschriften spielen eine Rolle:

§ 1601 BGB – Unterhaltspflicht von Verwandten

§ 1603 BGB – Leistungsfähigkeit

§ 94 SGB XII – Übergang von

Unterhaltsansprüchen

Angehörigen-Entlastungsgesetz

Welche Ausgaben mindern die

Leistungsfähigkeit?

Selbst wenn das Einkommen über 100.000 Euro

liegt, bedeutet das nicht automatisch eine

Zahlungspflicht.

Berücksichtigt werden unter anderem:

Miete oder Immobilienkredit

Unterhalt für eigene Kinder

Ehegattenunterhalt

angemessene Altersvorsorge

berufsbedingte Aufwendungen

notwendige Versicherungen

Dadurch kann sich der tatsächlich zu zahlende

Elternunterhalt erheblich verringern.

So prüft das Sozialamt Ihr Einkommen

Das Sozialamt fordert meist folgende Unterlagen

an:

Einkommensteuerbescheid

Gehaltsabrechnungen

Nachweise über Vermögen

Versicherungen

Darlehensverträge

Nachweise über Unterhaltszahlungen

Prüfen Sie jedes Schreiben sorgfältig. Sie müssen

nicht automatisch jede Forderung akzeptieren.

Typische Fehler vermeiden

Viele Betroffene handeln aus Unsicherheit zu

schnell.

Diese Fehler kosten oft viel Geld.

❌ Einkommensnachweise ungeprüft versenden

❌ freiwillige Zahlungen leisten

❌ Vermögen falsch angeben

❌ Freibeträge nicht geltend machen

❌ Fristen ignorieren

Lassen Sie sich im Zweifel beraten, bevor Sie eine

Verpflichtung anerkennen.

✅ Schritt-für-Schritt: So gehen Sie

richtig vor

1️⃣ Schreiben prüfen

Kontrollieren Sie den Absender und die Frist.

2️⃣ Einkommen berechnen

Prüfen Sie, ob Ihr Jahresbrutto überhaupt über

100.000 Euro liegt.

3️⃣ Unterlagen sammeln

Stellen Sie Belege zu Einkommen, Krediten und

Altersvorsorge zusammen.

4️⃣ Freibeträge berücksichtigen

Vergessen Sie keine abzugsfähigen Belastungen.

5️⃣ Forderung überprüfen

Nicht jede Berechnung des Sozialamts ist

automatisch richtig.

Praxisbeispiel

Beispiel:

Frau M. verdient jährlich 82.000 Euro brutto. Ihre

Mutter lebt im Pflegeheim. Das Sozialamt

übernimmt zunächst die Heimkosten. Da Frau M.

unter der gesetzlichen Einkommensgrenze liegt,

muss sie grundsätzlich keinen Elternunterhalt

leisten.

Ratgeber Unterhalt mit Formularen und Berechnungen

❓meistgestellte Fragen (FAQ)

Muss ich Elternunterhalt zahlen, wenn ich

weniger als 100.000 Euro verdiene?

Nein. Liegt Ihr jährliches Bruttoeinkommen unter

100.000 Euro, besteht grundsätzlich keine

Zahlungspflicht nach § 94 Abs. 1a SGB XII.

Zählt das Einkommen meines Ehepartners

mit?

Nein. Für die Einkommensgrenze wird

grundsätzlich nur Ihr eigenes jährliches

Bruttoeinkommen berücksichtigt.

Ist mein Eigenheim geschützt?

Ein selbst bewohntes, angemessenes Eigenheim

bleibt in vielen Fällen geschützt. Ob Ausnahmen

bestehen, hängt von den Umständen des Einzelfalls

ab.

Namensänderung Die Kosten für eine Namensänderung eines Kindes hängen davon ab, auf welcher gesetzlichen Grundlage die Namensänderung erfolgt.
Vaterschaft anfechten Die rechtlichen Vorgaben zur Vaterschaft wurden zuletzt überarbeitet. Ziel der Reform ist es, die Rechte biologischer Väter sowie den Schutz des Kindeswohls besser miteinander in Einklang zu bringen.
Aufenthaltsbestimmungsrecht Eine Übertragung auf einen Elternteil erfolgt nur, wenn das Kindeswohl gefährdet ist oder eine klare Regelung notwendig wird.

Autor: „Fachredaktion Familienrecht“

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