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Bis wann besteht die Aufsichtspflicht? –

verständlich erklärt

Die elterliche Aufsichtspflicht gehört zur Personensorge und verpflichtet die verantwortliche Person, Kinder zu beaufsichtigen, Gefahren vorzubeugen und Schäden zu vermeiden. Sie gilt grundsätzlich bis zur Volljährigkeit – also bis zum 18. Geburtstag. In Sonderfällen (z. B. bei dauerhafter Unterstützungsbedürftigkeit) kann sie darüber hinaus relevant sein.

1. Was bedeutet Aufsichtspflicht?

Die Aufsichtspflicht umfasst nicht nur das Beaufsichtigen, sondern auch: das Erkennen und Vermeiden von Gefahren das Aufklären über Risiken das Bestimmen des Aufenthalts die Erziehung zur Selbstständigkeit Sie ergibt sich in Deutschland aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) (§ 1626 BGB).

2. Bis wann gilt die Aufsichtspflicht?

Grundsatz Die Aufsichtspflicht gilt in der Regel bis zur Volljährigkeit (18 Jahre) des Kindes. Danach endet die gesetzliche Pflicht. Ausnahmen Auch nach dem 18. Geburtstag kann eine Fürsorgepflicht bestehen, z. B.: bei geistigen oder körperlichen Einschränkungen wenn das Kind trotz Volljährigkeit weiterhin Hilfe braucht In solchen Fällen kann eine Betreuungspflicht nach individueller Situation fortbestehen.

3. Aufsicht je nach Alter – Was ist realistisch?

Alter des Kindes Aufsichtserwartung 0 – 3 Jahre Ständige direkte Aufsicht erforderlich 3 – 7 Jahre Häufige Kontrolle, situative Nähe ab 7 Jahren Keine dauerhafte Überwachung notwendig, aber Handlungsbereitschaft und Risikoabschätzung Tipp: Ab etwa 7 Jahren können Kinder in sicherer Umgebung allein spielen sofern keine besonderen Umstände dagegen sprechen und sie die Gefahren einschätzen können.

4. Haftung – Was passiert bei Fehlern?

Wird die Aufsichtspflicht verletzt, haftet die verantwortliche Person für entstandene Schäden – es sei denn, sie kann beweisen, dass der Schaden auch bei angemessener Aufsicht passiert wäre.
Aufsichtspflicht
Kinder haften unterschiedlich: Bis 7 Jahre: Kinder sind rechtlich nicht haftbar. 7 – 10 Jahre: Haftung in bestimmten Fällen (z. B. vorsätzlich). Ab ca. 10 Jahren: Kinder haften, wenn sie situationsgerecht urteilen können. Wichtig: Eltern oder Aufsichtspersonen haften nur, wenn sie ihre Pflichten verletzt haben – nicht automatisch für jedes Verhalten eines Kindes.

5. Aufsicht und Versicherung

Ob Haftpflichtversicherungen zahlen, hängt von der Frage ab, ob ein Versicherungsfall vorliegt und die Aufsichtspflicht schuldhaft verletzt wurde. Viele private Haftpflichtversicherungen decken Schäden ab, die durch Aufsichtspflichtverletzung entstanden sind – wenn die Bedingungen erfüllt sind. Deshalb: Versicherungsbedingungen prüfen oder bei der Versicherung gezielt nachfragen, z. B. zu Deliktunfähigen Kindern. (Dies betrifft Fälle, wenn Kinder unter 7 Jahren Schäden verursachen.)

Praxisbeispiel: 8-jähriges Kind im Laden

Eine Mutter geht mit ihrem 8-jährigen Kind in einen Supermarkt. Das Kind stößt eine teure Vase um. Rechtslage: Das Kind ist alt genug, teilweise verantwortlich zu handeln. Entscheidend ist, ob die Mutter ihrer Aufsichtspflicht nachgekommen ist. War sie ausreichend aufmerksam? Ja → keine Haftung der Mutter. Nein → Haftung möglich und Versicherung könnte eintreten. Im konkreten Beispiel: Wenn die Mutter das Kind normal beaufsichtigt hat (nebenbei aber aufmerksam war), hat sie ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt – und haftet nicht automatisch für den Schaden.
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6. Checkliste: Wann endet die Aufsichtspflicht?

Kind unter 18 → gesetzliche Aufsichtspflicht aktiv 18 oder älter → in der Regel keine gesetzliche Pflicht mehr Sonderfall: dauerhafte Unterstützungsbedürftigkeit → weiterhin Betreuung notwendig Zusammenfassung Die Aufsichtspflicht endet in der Regel mit 18 Jahren. Sie gehört zum Sorgerecht und bedeutet mehr als nur zusehen. Alters- und situationsabhängig kann das Maß an Betreuung stark variieren.

Glossar: Wichtige Begriffe zur Aufsichtspflicht

(einfach erklärt)

Aufsichtspflicht Pflicht von Eltern oder Betreuungspersonen, Kinder so zu beaufsichtigen, dass sie sich selbst oder andere nicht gefährden. Sie ist Teil der elterlichen Sorge (§ 1626 BGB). Deliktfähigkeit Beschreibt, ob ein Kind rechtlich für Schäden haftet: Aufsichtspflichtverletzung Liegt vor, wenn: das Kind nicht altersgerecht beaufsichtigt wurde vorhersehbare Gefahren nicht verhindert wurden notwendige Belehrungen unterblieben sind Nur dann kann eine Haftung der Eltern entstehen. Haftung Rechtliche Verantwortung für einen Schaden. Eltern haften nicht automatisch, sondern nur bei schuldhafter Verletzung der Aufsichtspflicht. Haftpflichtversicherung Private Haftpflichtversicherungen übernehmen häufig Schäden durch Kinder – auch bei deliktunfähigen Kindern, wenn dies im Vertrag geregelt ist. Einsichtsfähigkeit Die Fähigkeit eines Kindes, Gefahren zu erkennen und die Folgen des eigenen Handelns zu verstehen. Frage: Darf mein 9-jähriges Kind allein zum Spielplatz? Ja, wenn: der Weg sicher ist das Kind Verkehrsregeln kennt klare Absprachen bestehen ich erreichbar bin Nein, wenn: besondere Gefahren bestehen das Kind Regeln regelmäßig missachtet

Häufige Fragen zur Aufsichtspflicht

Bis wann besteht die Aufsichtspflicht für Kinder? Die gesetzliche Aufsichtspflicht besteht grundsätzlich bis zur Volljährigkeit, also bis zum 18. Geburtstag des Kindes. Bis zu diesem Zeitpunkt sind Eltern oder andere Aufsichtspersonen verpflichtet, ihr Kind altersgerecht zu beaufsichtigen und vor Gefahren zu schützen. Endet die Aufsichtspflicht automatisch mit 18 Jahren? In der Regel ja. Mit Erreichen der Volljährigkeit endet die gesetzliche Aufsichtspflicht. Ausnahmen können bestehen, wenn ein volljähriges Kind aufgrund einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung weiterhin auf Betreuung angewiesen ist. Wie intensiv müssen Eltern ihre Kinder beaufsichtigen? Der Umfang der Aufsichtspflicht richtet sich nach Alter, Reife, Charakter des Kindes sowie nach der konkreten Situation. Kleinkinder benötigen eine nahezu ständige Aufsicht, während ältere Kinder zunehmend eigenständig handeln dürfen. Haften Eltern immer für Schäden, die ihr Kind verursacht? Nein. Eltern haften nicht automatisch für Schäden ihres Kindes. Eine Haftung kommt nur dann in Betracht, wenn die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Wurde das Kind altersgerecht beaufsichtigt, besteht in der Regel keine Ersatzpflicht. Ab welchem Alter haften Kinder selbst für Schäden? Kinder unter 7 Jahren sind rechtlich nicht deliktfähig. Zwischen 7 und 10 Jahren besteht eine eingeschränkte Haftung, insbesondere im Straßenverkehr. Ab etwa 10 Jahren kann ein Kind haften, wenn es die Folgen seines Handelns erkennen konnte. Wann liegt eine Verletzung der Aufsichtspflicht vor? Eine Aufsichtspflichtverletzung liegt vor, wenn Eltern ihr Kind nicht altersgerecht beaufsichtigen, vorhersehbare Gefahren ignorieren oder notwendige Belehrungen unterlassen. Entscheidend ist immer der konkrete Einzelfall. Zahlt die Haftpflichtversicherung bei Schäden durch Kinder? Ob eine Haftpflichtversicherung zahlt, hängt vom jeweiligen Versicherungsvertrag ab. Viele private Haftpflichtversicherungen übernehmen auch Schäden durch deliktunfähige Kinder, wenn dies ausdrücklich vereinbart wurde.

Hinweis:

Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen stellen keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für Aktualität, Vollständigkeit oder Richtigkeit übernommen werden. Für eine verbindliche Bewertung empfehlen wir die Beratung durch eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.
Letzte Aktualisierung: Januar 2026
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Bis wann besteht die

Aufsichtspflicht? –

verständlich erklärt

Die elterliche Aufsichtspflicht gehört zur Personensorge und verpflichtet die verantwortliche Person, Kinder zu beaufsichtigen, Gefahren vorzubeugen und Schäden zu vermeiden. Sie gilt grundsätzlich bis zur Volljährigkeit – also bis zum 18. Geburtstag. In Sonderfällen (z. B. bei dauerhafter Unterstützungsbedürftigkeit) kann sie darüber hinaus relevant sein.
Aufsichtspflicht

1. Was bedeutet Aufsichtspflicht?

Die Aufsichtspflicht umfasst nicht nur das Beaufsichtigen, sondern auch: das Erkennen und Vermeiden von Gefahren das Aufklären über Risiken das Bestimmen des Aufenthalts die Erziehung zur Selbstständigkeit Sie ergibt sich in Deutschland aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) (§ 1626 BGB).

2. Bis wann gilt die Aufsichtspflicht?

Grundsatz Die Aufsichtspflicht gilt in der Regel bis zur Volljährigkeit (18 Jahre) des Kindes. Danach endet die gesetzliche Pflicht. Ausnahmen Auch nach dem 18. Geburtstag kann eine Fürsorgepflicht bestehen, z. B.: bei geistigen oder körperlichen Einschränkungen wenn das Kind trotz Volljährigkeit weiterhin Hilfe braucht In solchen Fällen kann eine Betreuungspflicht nach individueller Situation fortbestehen.

3. Aufsicht je nach Alter – Was

ist realistisch?

Alter des Kindes Aufsichtserwartung 0 – 3 Jahre ständige direkte Aufsicht erforderlich 3 – 7 Jahre häufige Kontrolle, situative Nähe ab 7 Jahren Keine dauerhafte Überwachung notwendig, aber Handlungsbereitschaft und Risikoabschätzung Tipp: Ab etwa 7 Jahren können Kinder in sicherer Umgebung allein spielen – sofern keine besonderen Umstände dagegen sprechen und sie die Gefahren einschätzen können.

4. Haftung – Was passiert bei

Fehlern?

Wird die Aufsichtspflicht verletzt, haftet die verantwortliche Person für entstandene Schäden – es sei denn, sie kann beweisen, dass der Schaden auch bei angemessener Aufsicht passiert wäre.
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5. Aufsicht und Versicherung

Ob Haftpflichtversicherungen zahlen, hängt von der Frage ab, ob ein Versicherungsfall vorliegt und die Aufsichtspflicht schuldhaft verletzt wurde. Viele private Haftpflichtversicherungen decken Schäden ab, die durch Aufsichtspflichtverletzung entstanden sind – wenn die Bedingungen erfüllt sind. Deshalb: Versicherungsbedingungen prüfen oder bei der Versicherung gezielt nachfragen, z. B. zu Deliktunfähigen Kindern. (Dies betrifft Fälle, wenn Kinder unter 7 Jahren Schäden verursachen.)

6. Checkliste: Wann endet die

Aufsichtspflicht?

Kind unter 18 → gesetzliche Aufsichtspflicht aktiv 18 oder älter → in der Regel keine gesetzliche Pflicht mehr Sonderfall: dauerhafte Unterstützungsbedürftigkeit → weiterhin Betreuung notwendig Zusammenfassung Die Aufsichtspflicht endet in der Regel mit 18 Jahren. Sie gehört zum Sorgerecht und bedeutet mehr als nur zusehen. Alters- und situationsabhängig kann das Maß an Betreuung stark variieren.

Glossar: Wichtige Begriffe zur

Aufsichtspflicht (einfach erklärt)

Aufsichtspflicht Pflicht von Eltern oder Betreuungspersonen, Kinder so zu beaufsichtigen, dass sie sich selbst oder andere nicht gefährden. Sie ist Teil der elterlichen Sorge (§ 1626 BGB). Deliktfähigkeit Beschreibt, ob ein Kind rechtlich für Schäden haftet: Aufsichtspflichtverletzung Liegt vor, wenn: das Kind nicht altersgerecht beaufsichtigt wurde vorhersehbare Gefahren nicht verhindert wurden notwendige Belehrungen unterblieben sind Nur dann kann eine Haftung der Eltern entstehen. Haftung Rechtliche Verantwortung für einen Schaden. Eltern haften nicht automatisch, sondern nur bei schuldhafter Verletzung der Aufsichtspflicht. Haftpflichtversicherung Private Haftpflichtversicherungen übernehmen häufig Schäden durch Kinder – auch bei deliktunfähigen Kindern, wenn dies im Vertrag geregelt ist. Einsichtsfähigkeit Die Fähigkeit eines Kindes, Gefahren zu erkennen und die Folgen des eigenen Handelns zu verstehen. Frage: Darf mein 9-jähriges Kind allein zum Spielplatz? Ja, wenn: der Weg sicher ist das Kind Verkehrsregeln kennt klare Absprachen bestehen ich erreichbar bin Nein, wenn: besondere Gefahren bestehen das Kind Regeln regelmäßig missachtet

Häufige Fragen zur

Aufsichtspflicht

Bis wann besteht die Aufsichtspflicht für Kinder? Die gesetzliche Aufsichtspflicht besteht grundsätzlich bis zur Volljährigkeit, also bis zum 18. Geburtstag des Kindes. Bis zu diesem Zeitpunkt sind Eltern oder andere Aufsichtspersonen verpflichtet, ihr Kind altersgerecht zu beaufsichtigen und vor Gefahren zu schützen. Endet die Aufsichtspflicht automatisch mit 18 Jahren? In der Regel ja. Mit Erreichen der Volljährigkeit endet die gesetzliche Aufsichtspflicht. Ausnahmen können bestehen, wenn ein volljähriges Kind aufgrund einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung weiterhin auf Betreuung angewiesen ist. Wie intensiv müssen Eltern ihre Kinder beaufsichtigen? Der Umfang der Aufsichtspflicht richtet sich nach Alter, Reife, Charakter des Kindes sowie nach der konkreten Situation. Kleinkinder benötigen eine nahezu ständige Aufsicht, während ältere Kinder zunehmend eigenständig handeln dürfen. Haften Eltern immer für Schäden, die ihr Kind verursacht? Nein. Eltern haften nicht automatisch für Schäden ihres Kindes. Eine Haftung kommt nur dann in Betracht, wenn die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Wurde das Kind altersgerecht beaufsichtigt, besteht in der Regel keine Ersatzpflicht. Ab welchem Alter haften Kinder selbst für Schäden? Kinder unter 7 Jahren sind rechtlich nicht deliktfähig. Zwischen 7 und 10 Jahren besteht eine eingeschränkte Haftung, insbesondere im Straßenverkehr. Ab etwa 10 Jahren kann ein Kind haften, wenn es die Folgen seines Handelns erkennen konnte. Wann liegt eine Verletzung der Aufsichtspflicht vor? Eine Aufsichtspflichtverletzung liegt vor, wenn Eltern ihr Kind nicht altersgerecht beaufsichtigen, vorhersehbare Gefahren ignorieren oder notwendige Belehrungen unterlassen. Entscheidend ist immer der konkrete Einzelfall. Zahlt die Haftpflichtversicherung bei Schäden durch Kinder? Ob eine Haftpflichtversicherung zahlt, hängt vom jeweiligen Versicherungsvertrag ab. Viele private Haftpflichtversicherungen übernehmen auch Schäden durch deliktunfähige Kinder, wenn dies ausdrücklich vereinbart wurde.

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Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen stellen keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für Aktualität, Vollständigkeit oder Richtigkeit übernommen werden. Für eine verbindliche Bewertung empfehlen wir die Beratung durch eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.
Letzte Aktualisierung: Januar 2026
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