Haushaltsaufteilung nach einer Scheidung: Wer bekommt
welche Möbel?
Nach einer Trennung stellt sich oft eine ganz praktische Frage: Wer behält die Waschmaschine, das Sofa oder den Fernseher? Gehören die Möbel beiden Ehepartnern, reicht eine einfache Absprache häufig nicht aus.Für die Haushaltsaufteilung nach einer Scheidung gelten besondere gesetzliche Regeln. Entscheidend sind unter anderem die Eigentumsverhältnisse, die Nutzung der Gegenstände und die Frage, ob die Scheidung bereits rechtskräftig ist.Haushaltsaufteilung nach der Scheidung: Die wichtigsten RegelnEs gibt keinen automatischen Anspruch darauf, dass jeder Ehepartner die Hälfte des Hausrats nach dem Wert erhält. Das Gesetz sieht eine Verteilung nach den jeweiligen Umständen vor. Bei gemeinsam angeschafften Haushaltsgegenständen wird grundsätzlich gemeinsames Eigentum vermutet, sofern das Alleineigentum eines Ehepartners nicht feststeht.Während der Trennung gilt § 1361a BGB. Für die endgültige Verteilung anlässlich der Scheidung ist § 1568b BGB maßgeblich.•§ 1361a BGB – Haushaltsgegenstände bei Getrenntleben•§ 1568b BGB – Haushaltsgegenstände bei der Scheidung
Welche Gegenstände gehören zum Hausrat?
Zum Hausrat zählen bewegliche Gegenstände, die der gemeinsamen Haushaltsführung und dem Familienleben dienen.Typische Beispiele sind:•Möbel wie Betten, Schränke, Tische und Sofas•Küchengeräte wie Kühlschrank, Herd und Waschmaschine•Geschirr, Besteck und Haushaltsutensilien•Fernseher und andere Unterhaltungselektronik•Teppiche, Lampen und Einrichtungsgegenstände•gemeinsame Freizeit- und SportgeräteNicht jeder Gegenstand, der sich in der Wohnung befindet, gehört automatisch zum Hausrat. Persönliche Kleidung und Gegenstände, die ausschließlich einem Ehepartner dienen, sind gesondert zu betrachten.Auch beruflich benötigte Arbeitsmittel können anders zu beurteilen sein. Bei wertvollen Sammlungen, Kunstgegenständen oder besonderen Vermögenswerten kommt es auf die konkreten Umstände an.
Was gilt während der Trennung?
Solange die Ehepartner getrennt leben, regelt § 1361a BGB die Verteilung der Haushaltsgegenstände.Jeder Ehepartner kann grundsätzlich die Gegenstände herausverlangen, die ihm gehören. Das Gesetz berücksichtigt jedoch auch, ob der andere Ehepartner bestimmte Dinge für seinen eigenen Haushalt benötigt.Gemeinsam gehörende Haushaltsgegenstände werden nach den Grundsätzen der Billigkeit verteilt. Das bedeutet, dass die Umstände des Einzelfalls berücksichtigt werden.Beispiel: Die Waschmaschine bleibt zunächst beim betreuenden ElternteilEin Ehepaar trennt sich. Die gemeinsame Waschmaschine steht in der bisherigen Familienwohnung. Die beiden Kinder wohnen überwiegend dort.Der ausgezogene Ehepartner möchte die Waschmaschine mitnehmen, weil er sie bezahlt hat. Der andere benötigt sie für den Haushalt mit den Kindern.Allein die Zahlung des Kaufpreises entscheidet nicht zwangsläufig darüber, wer die Waschmaschine während der Trennung nutzen darf. Es kommt auch auf die Eigentumsverhältnisse und die Bedürfnisse der Beteiligten an.Die vorläufige Nutzungsregelung verändert nicht automatisch das Eigentum. Das ergibt sich aus § 1361a Absatz 4 BGB.
Wie wird der Hausrat nach der rechtskräftigen Scheidung
verteilt?
Für die endgültige Aufteilung ist § 1568b BGB maßgeblich.Danach kann ein Ehepartner verlangen, dass ihm bestimmte gemeinsam gehörende Haushaltsgegenstände überlassen und übereignet werden. Voraussetzung ist insbesondere, dass er stärker auf deren Nutzung angewiesen ist oder andere Billigkeitsgründe für die Überlassung sprechen.Bei der Entscheidung können mehrere Faktoren eine Rolle spielen:•Wer benötigt den Gegenstand für den eigenen Haushalt?•Leben gemeinsame Kinder überwiegend bei einem Elternteil?•Wie sind die Lebensverhältnisse der Ehepartner?•Gehört der Gegenstand einem Ehepartner allein oder beiden gemeinsam?•Welche anderen Haushaltsgegenstände erhält der jeweilige Ehepartner?Es geht also nicht zwingend um eine hälftige Verteilung nach dem Marktwert. Die konkrete Zuordnung richtet sich nach den gesetzlichen Voraussetzungen und den Umständen des Einzelfalls.
Müssen Möbel nach ihrem Wert aufgeteilt werden?
Nein. Das Gesetz schreibt nicht vor, dass beide Ehepartner Gegenstände mit exakt gleichem Gesamtwert erhalten müssen.Eine Ausgleichszahlung kann jedoch infrage kommen. Nach § 1568b Absatz 3 BGB kann der Ehepartner, der sein Eigentum an einem Haushaltsgegenstand überträgt, eine angemessene Ausgleichszahlung verlangen.Ob eine solche Zahlung im konkreten Fall gerechtfertigt ist und wie hoch sie ausfällt, hängt von den Umständen ab.
Wem gehören Möbel, die nur ein Ehepartner bezahlt hat?
Die Zahlung allein beantwortet die Eigentumsfrage nicht immer.Wurde ein Gegenstand während der Ehe für den gemeinsamen Haushalt angeschafft, gilt er nach § 1568b Absatz 2 BGB grundsätzlich als gemeinsames Eigentum. Das gilt, sofern das Alleineigentum eines Ehepartners nicht feststeht.Deshalb ist die Aussage „Ich habe die Rechnung bezahlt, also gehört mir alles“ rechtlich zu pauschal.Anders kann es aussehen, wenn ein Gegenstand nachweislich einem Ehepartner allein gehört. Das kann beispielsweise bei bestimmten persönlichen Gegenständen oder bei bereits vor der Ehe vorhandenem Eigentum der Fall sein.
Welche Nachweise sind hilfreich?
Wenn über die Eigentumsverhältnisse gestritten wird, können folgende Unterlagen helfen:•Kaufbelege und Rechnungen•Kontoauszüge oder Überweisungsbelege•Unterlagen über Schenkungen oder Erbschaften•Fotos, die den Besitz vor der Ehe dokumentieren•schriftliche Vereinbarungen der EhepartnerNicht jeder Beleg führt automatisch zum gewünschten Ergebnis. Die Unterlagen müssen im Zusammenhang mit dem jeweiligen Gegenstand bewertet werden.
Was passiert mit Sofa, Fernseher und Waschmaschine?
Bei typischen Haushaltsgegenständen hilft eine konkrete Liste, die Verteilung zu planen.GegenstandWas bei der Aufteilung zu beachten istSofa und Esstisch:Eigentum, Nutzung und Bedarf für den neuen HaushaltWaschmaschine:Bedarf, insbesondere bei Kindern im HaushaltFernseher:Eigentumsverhältnisse und gemeinsame AnschaffungKühlschrank:Bedarf und Möglichkeit, einen Haushalt einzurichtenBett und Kleiderschrank: Nutzung, Eigentum und persönliche BedürfnisseGeschirr und Küchenutensilien: Gemeinsame Anschaffung und praktische VerteilungDie Tabelle dient der Orientierung. Sie ersetzt keine Prüfung der konkreten Eigentumsverhältnisse.
Dürfen Ehepartner Möbel einfach mitnehmen?
Ein Ehepartner sollte Haushaltsgegenstände nicht eigenmächtig aus der gemeinsamen Wohnung entfernen, wenn darüber Streit besteht.Das kann die spätere Verteilung erschweren und rechtliche Folgen haben. Die Rechtsanwaltskammer Schleswig-Holstein hat in einem Rechtshinweis vom 24. April 2026 auf die Risiken eines eigenmächtigen Ausräumens der Ehewohnung hingewiesen.Rechtshinweis der Rechtsanwaltskammer Schleswig-HolsteinBesser ist es, die strittigen Gegenstände zunächst schriftlich festzuhalten und eine gemeinsame Lösung zu suchen.Das gilt auch, wenn ein Ehepartner bereits ausgezogen ist. Der Auszug bedeutet nicht automatisch, dass er auf seinen Hausrat verzichtet.
Wie können Sie die Haushaltsaufteilung praktisch vorbereiten?
Eine strukturierte Bestandsaufnahme hilft, Missverständnisse zu vermeiden.Schritt 1: Alle Gegenstände erfassenGehen Sie die Wohnung Raum für Raum durch. Notieren Sie die größeren Möbel, Haushaltsgeräte und wertvolleren Gegenstände.Schritt 2: Eigentumsverhältnisse festhaltenVermerken Sie, ob ein Gegenstand nachweislich einem Ehepartner allein gehört oder gemeinsam angeschafft wurde.Schritt 3: Wünsche beider Seiten dokumentierenHalten Sie fest, wer welchen Gegenstand behalten möchte. So erkennen Sie frühzeitig, wo sich beide Seiten einig sind und wo Konflikte entstehen.Schritt 4: Den Bedarf berücksichtigenPrüfen Sie, welche Dinge für die Einrichtung der beiden Haushalte erforderlich sind. Bei gemeinsamen Kindern kann auch deren Wohnsituation eine Rolle spielen.Schritt 5: Eine schriftliche Vereinbarung treffenHalten Sie die vereinbarte Verteilung möglichst genau fest. Nennen Sie die Gegenstände eindeutig und regeln Sie gegebenenfalls Abholung, Übergabe und vereinbarte Ausgleichszahlungen.Schritt 6: Offene Streitpunkte gesondert klärenWenn keine Einigung möglich ist, sollten Sie die strittigen Gegenstände nicht eigenmächtig an sich nehmen. Lassen Sie gegebenenfalls prüfen, ob ein gerichtliches Verfahren sinnvoll ist.
Was passiert, wenn keine Einigung gelingt?
Können sich die Ehepartner nicht einigen, kann das Familiengericht über die Haushaltsgegenstände entscheiden.Die gesetzlichen Grundlagen sind § 1361a BGB für die Trennungszeit und § 1568b BGB für die endgültige Verteilung anlässlich der Scheidung. Die Verfahren sind in § 200 FamFG als Haushaltssachen eingeordnet.Ein Antrag sollte die Gegenstände bezeichnen, deren Zuteilung verlangt wird. Nach § 203 FamFG soll bei einem Antrag auf endgültige Verteilung außerdem eine genaue Aufstellung der Haushaltsgegenstände beigefügt werden.§ 200 FamFG – Haushaltssachen§ 203 FamFG – Anforderungen an den AntragVor einem Gerichtsverfahren ist es sinnvoll, die vorhandenen Belege und die eigene Gegenstandsliste zusammenzustellen. Bei erheblichen Werten oder einer stark eskalierten Auseinandersetzung kann anwaltliche Beratung helfen, die rechtlichen Möglichkeiten einzuschätzen.
Hausrat und Zugewinnausgleich sind nicht dasselbe
Die Verteilung von Möbeln und Haushaltsgeräten ist vom Zugewinnausgleich zu unterscheiden.Beim Hausrat geht es darum, wer bestimmte Gegenstände erhält. Beim Zugewinnausgleich geht es dagegen um den während der Ehe erzielten Vermögenszuwachs und dessen gesetzlichen Ausgleich.Ein Ehepartner kann deshalb nicht allein daraus, dass er weniger Möbel erhält, automatisch einen Anspruch auf eine bestimmte Geldzahlung ableiten. Hausratsverteilung und Zugewinnausgleich müssen rechtlich getrennt betrachtet werden.
Hausratscheck nach Trennung und Scheidung
Wer darf Möbel, Elektrogeräte und andere Haushaltsgegenstände behalten?
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Orientierung zu Ihrer Situation und erfahren, welche Schritte
Sie als Nächstes unternehmen können.
Ihre nächsten Schritte
Hinweis: Diese Auswertung ist eine allgemeine erste Orientierung
nach deutschem Recht. Sie berücksichtigt nicht alle Besonderheiten
Ihres Einzelfalls und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.
Eine genaue Liste erleichtert die Hausratsaufteilung
Bei der Haushaltsaufteilung nach einer Scheidung kommt es auf mehr an als darauf, wer einen Gegenstand bezahlt hat. Entscheidend sind die Eigentumsverhältnisse, der Bedarf und die gesetzlichen Regeln für die jeweilige Phase.Erstellen Sie eine vollständige Liste, sammeln Sie vorhandene Nachweise und halten Sie Einigungen schriftlich fest. So schaffen Sie eine bessere Grundlage für eine faire und nachvollziehbare Verteilung.
Nach einer Trennung stellt sich oft eine ganz praktische Frage: Wer behält die Waschmaschine, das Sofa oder den Fernseher? Gehören die Möbel beiden Ehepartnern, reicht eine einfache Absprache häufig nicht aus.Für die Haushaltsaufteilung nach einer Scheidung gelten besondere gesetzliche Regeln. Entscheidend sind unter anderem die Eigentumsverhältnisse, die Nutzung der Gegenstände und die Frage, ob die Scheidung bereits rechtskräftig ist.Haushaltsaufteilung nach der Scheidung: Die wichtigsten RegelnEs gibt keinen automatischen Anspruch darauf, dass jeder Ehepartner die Hälfte des Hausrats nach dem Wert erhält. Das Gesetz sieht eine Verteilung nach den jeweiligen Umständen vor. Bei gemeinsam angeschafften Haushaltsgegenständen wird grundsätzlich gemeinsames Eigentum vermutet, sofern das Alleineigentum eines Ehepartners nicht feststeht.Während der Trennung gilt § 1361a BGB. Für die endgültige Verteilung anlässlich der Scheidung ist § 1568b BGB maßgeblich.•§ 1361a BGB – Haushaltsgegenstände bei Getrenntleben•§ 1568b BGB – Haushaltsgegenstände bei der Scheidung
Welche Gegenstände gehören zum
Hausrat?
Zum Hausrat zählen bewegliche Gegenstände, die der gemeinsamen Haushaltsführung und dem Familienleben dienen.Typische Beispiele sind:•Möbel wie Betten, Schränke, Tische und Sofas•Küchengeräte wie Kühlschrank, Herd und Waschmaschine•Geschirr, Besteck und Haushaltsutensilien•Fernseher und andere Unterhaltungselektronik•Teppiche, Lampen und Einrichtungsgegenstände•gemeinsame Freizeit- und SportgeräteNicht jeder Gegenstand, der sich in der Wohnung befindet, gehört automatisch zum Hausrat. Persönliche Kleidung und Gegenstände, die ausschließlich einem Ehepartner dienen, sind gesondert zu betrachten.Auch beruflich benötigte Arbeitsmittel können anders zu beurteilen sein. Bei wertvollen Sammlungen, Kunstgegenständen oder besonderen Vermögenswerten kommt es auf die konkreten Umstände an.
Was gilt während der Trennung?
Solange die Ehepartner getrennt leben, regelt § 1361a BGB die Verteilung der Haushaltsgegenstände.Jeder Ehepartner kann grundsätzlich die Gegenstände herausverlangen, die ihm gehören. Das Gesetz berücksichtigt jedoch auch, ob der andere Ehepartner bestimmte Dinge für seinen eigenen Haushalt benötigt.Gemeinsam gehörende Haushaltsgegenstände werden nach den Grundsätzen der Billigkeit verteilt. Das bedeutet, dass die Umstände des Einzelfalls berücksichtigt werden.Beispiel: Die Waschmaschine bleibt zunächst beim betreuenden ElternteilEin Ehepaar trennt sich. Die gemeinsame Waschmaschine steht in der bisherigen Familienwohnung. Die beiden Kinder wohnen überwiegend dort.Der ausgezogene Ehepartner möchte die Waschmaschine mitnehmen, weil er sie bezahlt hat. Der andere benötigt sie für den Haushalt mit den Kindern.Allein die Zahlung des Kaufpreises entscheidet nicht zwangsläufig darüber, wer die Waschmaschine während der Trennung nutzen darf. Es kommt auch auf die Eigentumsverhältnisse und die Bedürfnisse der Beteiligten an.Die vorläufige Nutzungsregelung verändert nicht automatisch das Eigentum. Das ergibt sich aus § 1361a Absatz 4 BGB.
Wie wird der Hausrat nach der
rechtskräftigen Scheidung verteilt?
Für die endgültige Aufteilung ist § 1568b BGB maßgeblich.Danach kann ein Ehepartner verlangen, dass ihm bestimmte gemeinsam gehörende Haushaltsgegenstände überlassen und übereignet werden. Voraussetzung ist insbesondere, dass er stärker auf deren Nutzung angewiesen ist oder andere Billigkeitsgründe für die Überlassung sprechen.Bei der Entscheidung können mehrere Faktoren eine Rolle spielen:•Wer benötigt den Gegenstand für den eigenen Haushalt?•Leben gemeinsame Kinder überwiegend bei einem Elternteil?•Wie sind die Lebensverhältnisse der Ehepartner?•Gehört der Gegenstand einem Ehepartner allein oder beiden gemeinsam?•Welche anderen Haushaltsgegenstände erhält der jeweilige Ehepartner?Es geht also nicht zwingend um eine hälftige Verteilung nach dem Marktwert. Die konkrete Zuordnung richtet sich nach den gesetzlichen Voraussetzungen und den Umständen des Einzelfalls.
Haushaltsaufteilung nach der Scheidung: Selbstcheck
Beantworten Sie die folgenden Fragen. Sie erhalten eine erste
Orientierung zur Aufteilung Ihrer Haushaltsgegenstände.
Wie können Sie die
Haushaltsaufteilung praktisch
vorbereiten?
Eine strukturierte Bestandsaufnahme hilft, Missverständnisse zu vermeiden.Schritt 1: Alle Gegenstände erfassenGehen Sie die Wohnung Raum für Raum durch. Notieren Sie die größeren Möbel, Haushaltsgeräte und wertvolleren Gegenstände.Schritt 2: Eigentumsverhältnisse festhaltenVermerken Sie, ob ein Gegenstand nachweislich einem Ehepartner allein gehört oder gemeinsam angeschafft wurde.Schritt 3: Wünsche beider Seiten dokumentierenHalten Sie fest, wer welchen Gegenstand behalten möchte. So erkennen Sie frühzeitig, wo sich beide Seiten einig sind und wo Konflikte entstehen.Schritt 4: Den Bedarf berücksichtigenPrüfen Sie, welche Dinge für die Einrichtung der beiden Haushalte erforderlich sind. Bei gemeinsamen Kindern kann auch deren Wohnsituation eine Rolle spielen.Schritt 5: Eine schriftliche Vereinbarung treffenHalten Sie die vereinbarte Verteilung möglichst genau fest. Nennen Sie die Gegenstände eindeutig und regeln Sie gegebenenfalls Abholung, Übergabe und vereinbarte Ausgleichszahlungen.Schritt 6: Offene Streitpunkte gesondert klärenWenn keine Einigung möglich ist, sollten Sie die strittigen Gegenstände nicht eigenmächtig an sich nehmen. Lassen Sie gegebenenfalls prüfen, ob ein gerichtliches Verfahren sinnvoll ist.
Was passiert, wenn keine Einigung
gelingt?
Können sich die Ehepartner nicht einigen, kann das Familiengericht über die Haushaltsgegenstände entscheiden.Die gesetzlichen Grundlagen sind § 1361a BGB für die Trennungszeit und § 1568b BGB für die endgültige Verteilung anlässlich der Scheidung. Die Verfahren sind in § 200 FamFG als Haushaltssachen eingeordnet.Ein Antrag sollte die Gegenstände bezeichnen, deren Zuteilung verlangt wird. Nach § 203 FamFG soll bei einem Antrag auf endgültige Verteilung außerdem eine genaue Aufstellung der Haushaltsgegenstände beigefügt werden.§ 200 FamFG – Haushaltssachen§ 203 FamFG – Anforderungen an den AntragVor einem Gerichtsverfahren ist es sinnvoll, die vorhandenen Belege und die eigene Gegenstandsliste zusammenzustellen. Bei erheblichen Werten oder einer stark eskalierten Auseinandersetzung kann anwaltliche Beratung helfen, die rechtlichen Möglichkeiten einzuschätzen.
Hausrat und Zugewinnausgleich sind
nicht dasselbe
Die Verteilung von Möbeln und Haushaltsgeräten ist vom Zugewinnausgleich zu unterscheiden.Beim Hausrat geht es darum, wer bestimmte Gegenstände erhält. Beim Zugewinnausgleich geht es dagegen um den während der Ehe erzielten Vermögenszuwachs und dessen gesetzlichen Ausgleich.Ein Ehepartner kann deshalb nicht allein daraus, dass er weniger Möbel erhält, automatisch einen Anspruch auf eine bestimmte Geldzahlung ableiten. Hausratsverteilung und Zugewinnausgleich müssen rechtlich getrennt betrachtet werden.
Müssen Möbel nach ihrem Wert
aufgeteilt werden?
Nein. Das Gesetz schreibt nicht vor, dass beide Ehepartner Gegenstände mit exakt gleichem Gesamtwert erhalten müssen.Eine Ausgleichszahlung kann jedoch infrage kommen. Nach § 1568b Absatz 3 BGB kann der Ehepartner, der sein Eigentum an einem Haushaltsgegenstand überträgt, eine angemessene Ausgleichszahlung verlangen.Ob eine solche Zahlung im konkreten Fall gerechtfertigt ist und wie hoch sie ausfällt, hängt von den Umständen ab.
Wem gehören Möbel, die nur ein
Ehepartner bezahlt hat?
Die Zahlung allein beantwortet die Eigentumsfrage nicht immer.Wurde ein Gegenstand während der Ehe für den gemeinsamen Haushalt angeschafft, gilt er nach § 1568b Absatz 2 BGB grundsätzlich als gemeinsames Eigentum. Das gilt, sofern das Alleineigentum eines Ehepartners nicht feststeht.Deshalb ist die Aussage „Ich habe die Rechnung bezahlt, also gehört mir alles“ rechtlich zu pauschal.Anders kann es aussehen, wenn ein Gegenstand nachweislich einem Ehepartner allein gehört. Das kann beispielsweise bei bestimmten persönlichen Gegenständen oder bei bereits vor der Ehe vorhandenem Eigentum der Fall sein.
Welche Nachweise sind hilfreich?
Wenn über die Eigentumsverhältnisse gestritten wird, können folgende Unterlagen helfen:•Kaufbelege und Rechnungen•Kontoauszüge oder Überweisungsbelege•Unterlagen über Schenkungen oder Erbschaften•Fotos, die den Besitz vor der Ehe dokumentieren•schriftliche Vereinbarungen der EhepartnerNicht jeder Beleg führt automatisch zum gewünschten Ergebnis. Die Unterlagen müssen im Zusammenhang mit dem jeweiligen Gegenstand bewertet werden.
Was passiert mit Sofa, Fernseher und
Waschmaschine?
Bei typischen Haushaltsgegenständen hilft eine konkrete Liste, die Verteilung zu planen.GegenstandWas bei der Aufteilung zu beachten istSofa und Esstisch:Eigentum, Nutzung und Bedarf für den neuen HaushaltWaschmaschine:Bedarf, insbesondere bei Kindern im HaushaltFernseher:Eigentumsverhältnisse und gemeinsame AnschaffungKühlschrank:Bedarf und Möglichkeit, einen Haushalt einzurichtenBett und Kleiderschrank: Nutzung, Eigentum und persönliche BedürfnisseGeschirr und Küchenutensilien: Gemeinsame Anschaffung und praktische VerteilungDie Tabelle dient der Orientierung. Sie ersetzt keine Prüfung der konkreten Eigentumsverhältnisse.
Dürfen Ehepartner Möbel einfach
mitnehmen?
Ein Ehepartner sollte Haushaltsgegenstände nicht eigenmächtig aus der gemeinsamen Wohnung entfernen, wenn darüber Streit besteht.Das kann die spätere Verteilung erschweren und rechtliche Folgen haben. Die Rechtsanwaltskammer Schleswig-Holstein hat in einem Rechtshinweis vom 24. April 2026 auf die Risiken eines eigenmächtigen Ausräumens der Ehewohnung hingewiesen.Rechtshinweis der Rechtsanwaltskammer Schleswig-HolsteinBesser ist es, die strittigen Gegenstände zunächst schriftlich festzuhalten und eine gemeinsame Lösung zu suchen.Das gilt auch, wenn ein Ehepartner bereits ausgezogen ist. Der Auszug bedeutet nicht automatisch, dass er auf seinen Hausrat verzichtet.