ZugewinnausgleichErbschaften, Schenkungen und Schmerzensgeld zählen grundsätzlich nicht direkt zum Zugewinn.
Viele Leser interessieren sich anschließend auch für:weitere wichtige Themen rund um den Unterhalt
GütergemeinschaftFür viele Ehepaare ist Gütertrennung oder die gesetzliche Zugewinngemeinschaft sinnvoller als eine Gütergemeinschaft.
UmgangsrechtDas deutsche Familienrecht schützt das Recht von Kindern und Eltern auf regelmäßigen Kontakt – unabhängig davon, ob Sie das Sorgerecht haben oder nicht.
✍️ Autor: Redaktion AMK-Rechtsportal | Aktualisiert: Oktober 2026Eine Scheidung wirft oft eine praktische Frage auf: Wer darf in der bisherigen Mietwohnung bleiben? Besonders schwierig wird es, wenn beide Ehepartner den Mietvertrag unterschrieben haben. Auch Kinder können bei der Entscheidung eine wichtige Rolle spielen.Das Gesetz enthält dafür besondere Regeln. Entscheidend ist außerdem, ob die Wohnung nur vorübergehend während der Trennung zugewiesen wird. Nach der Scheidung gelten andere Vorschriften.Bei der Scheidung kann ein Ehepartner die bisherige Ehewohnung übernehmen. Entscheidend sind unter anderem die Bedürfnisse beider Ehepartner und das Wohl gemeinsamer Kinder. § 1568a BGB regelt außerdem, wer anschließend in den Mietvertrag eintritt oder ihn allein fortführt.
Was passiert mit der Mietwohnung?
Die bisherige Familienwohnung gilt rechtlich als Ehewohnung. Das gilt auch dann, wenn nur einer der Ehepartner den Mietvertrag unterschrieben hat.Bei der endgültigen Regelung nach der Scheidung kommt insbesondere § 1568a BGB zur Anwendung. Danach kann ein Ehepartner verlangen, dass ihm die Wohnung überlassen wird.Das Gesetz stellt dabei auf die konkreten Lebensverhältnisse ab. Auch das Wohl der im Haushalt lebenden Kinder kann eine erhebliche Rolle spielen.
Wer bekommt die Wohnung?
Eine automatische Regel gibt es nicht.Das Gericht betrachtet die Situation beider Ehepartner. Eine besondere Bedeutung kann die Betreuung gemeinsamer Kinder haben.Lebt beispielsweise ein minderjähriges Kind überwiegend bei einem Elternteil, kann dessen Wohnbedarf stärker ins Gewicht fallen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass dieser Elternteil die Wohnung erhält.Auch die persönliche und wirtschaftliche Situation beider Ehepartner kann berücksichtigt werden.
Wenn beide Ehepartner Mieter sind
Haben beide den Mietvertrag unterschrieben, kann einer von ihnen nach der Scheidung die Wohnung allein fortführen.§ 1568a Abs. 3 BGB sieht dafür einen besonderen Eintritt in das Mietverhältnis vor. Der andere Ehepartner scheidet dann aus dem Mietverhältnis aus.
Wenn nur ein Ehepartner Mieter ist
Auch dann kann die Wohnung dem anderen Ehepartner zugewiesen werden.Der Mietvertrag kann unter den Voraussetzungen des § 1568a BGB auf den dort begünstigten Ehepartner übergehen. Der Vermieter muss deshalb nicht automatisch einen völlig neuen Mietvertrag abschließen.
⚠️ Die Trennungszeit ist etwas anderes
Viele verwechseln die Regelung während der Trennung mit der Regelung nach der Scheidung.Für die Trennungszeit gilt grundsätzlich § 1361b BGB. Danach kann ein Ehepartner die alleinige Nutzung verlangen, wenn dies notwendig ist, um eine unbillige Härte zu vermeiden.Eine solche Härte kann insbesondere bei Beeinträchtigungen des Kindeswohls vorliegen. Auch bestimmte erhebliche Verletzungen oder Drohungen können eine Rolle spielen.Nach der Scheidung greift dagegen grundsätzlich § 1568a BGB.
⏳ Was passiert, wenn einer auszieht?
Ein Auszug sollte gut überlegt sein.Nach § 1361b Abs. 4 BGB gibt es während der Trennung eine wichtige Sechsmonatsregel. Zieht ein Ehepartner aus und bekundet er innerhalb von sechs Monaten keine ernstliche Rückkehrabsicht, wird grundsätzlich vermutet, dass er dem anderen das alleinige Nutzungsrecht überlassen hat.Das kann später erhebliche Auswirkungen haben.Wer auszieht, sollte deshalb wichtige Erklärungen und Vereinbarungen schriftlich festhalten.
Wer zahlt die Miete?
Die Scheidung beendet einen bestehenden Mietvertrag nicht automatisch.Das gilt besonders, wenn beide Ehepartner Mieter sind. Bis die mietrechtliche Situation wirksam geändert wurde, können beide weiterhin vertraglich gebunden sein.Eine interne Vereinbarung zwischen den Ehepartnern ersetzt nicht automatisch die notwendige Regelung gegenüber dem Vermieter.Deshalb sollten Sie die Änderung des Mietverhältnisses sauber dokumentieren.
⚖️ Muss der Vermieter zustimmen?
Bei der gesetzlichen Übertragung nach § 1568a Abs. 3 BGB sieht das Gesetz einen besonderen Eintritt in das Mietverhältnis vor.Entscheidend ist die vorgeschriebene Mitteilung an den Vermieter oder eine rechtskräftige gerichtliche Entscheidung. § 1568a Abs. 3 BGB regelt ausdrücklich, wann der Ehepartner in das Mietverhältnis eintritt.Der Vermieter sollte deshalb über die endgültige Wohnungsüberlassung informiert werden.
Praxisbeispiel: Mutter bleibt mit den Kindern
Sabine und Thomas sind seit zwölf Jahren verheiratet. Sie haben zwei minderjährige Kinder.Beide stehen im Mietvertrag. Nach der Scheidung bleiben die Kinder überwiegend bei Sabine.Thomas zieht in eine kleinere Wohnung. Sabine möchte die bisherige Familienwohnung weiter nutzen.Beide einigen sich darauf, dass Sabine die Wohnung übernimmt. Die erforderliche Mitteilung an den Vermieter erfolgt anschließend.Damit kann Sabine das Mietverhältnis unter den gesetzlichen Voraussetzungen allein fortführen. Thomas ist dann nicht mehr Vertragspartner, soweit die Voraussetzungen des § 1568a Abs. 3 BGB erfüllt sind.
⚖️ Was gilt bei einer Eigentumswohnung?
Eine Mietwohnung und eine Eigentumswohnung sind rechtlich nicht gleich zu behandeln.Gehört die Wohnung einem Ehepartner allein, kann der andere die Überlassung nach § 1568a Abs. 2 BGB grundsätzlich nur verlangen, wenn dies notwendig ist, um eine unbillige Härte zu vermeiden.Bei einer Mietwohnung ist der gesetzliche Maßstab weiter. Das Eigentum eines Ehepartners ist dort kein vergleichbarer Ausgangspunkt.
⚖️ Aktuelles Gerichtsurteil zur Ehewohnung
Der Bundesgerichtshof entschied am 10. März 2021 zum Aktenzeichen XII ZB 243/20 über die nacheheliche Überlassung einer Ehewohnung.Der BGH stellte klar, dass der Anspruch auf Überlassung der Ehewohnung grundsätzlich ein Jahr nach Rechtskraft der Scheidung erlischt, wenn er vorher nicht rechtshängig gemacht wurde. Für Betroffene bedeutet das: Die Wohnungsfrage sollte nach der Scheidung nicht unnötig lange offenbleiben.
Wichtige Frist im Überblick
ThemaFristGrundlageRückkehrabsicht nach Auszug6 Monate§ 1361b BGBÜberlassungsanspruch nach Scheidung1 Jahr§ 1568a BGBMietvertragsregelungzeitnah§ 1568a BGBDie Jahresfrist betrifft nach dem Gesetz insbesondere den Eintritt in ein Mietverhältnis. Der BGH hat klargestellt, dass sie auch für den Überlassungsanspruch relevant ist.
Typische Fehler nach der Scheidung
1. Einfach aus dem Mietvertrag aussteigenEin Auszug beendet den Mietvertrag nicht automatisch. Stehen beide Ehepartner im Vertrag, sollten Sie die weitere Haftung ausdrücklich klären.2. Nur mündliche Absprachen treffen„Du bekommst die Wohnung“ reicht für eine saubere Regelung oft nicht. Halten Sie die Vereinbarung schriftlich fest. Informieren Sie außerdem den Vermieter.3. Die Jahresfrist übersehenWer die Wohnung nach der Scheidung übernehmen möchte, sollte die Frist des § 1568a Abs. 6 BGB beachten. Der BGH hat diese zeitliche Grenze ausdrücklich bestätigt.4. Kinder nicht berücksichtigenBei der Entscheidung über die Ehewohnung kann das Kindeswohl erhebliches Gewicht haben. Dokumentieren Sie deshalb die tatsächliche Betreuungssituation.5. Mietkosten nicht klärenWer nach der Trennung allein in der Wohnung bleibt, sollte die Kostenfrage frühzeitig klären. Das betrifft Miete, Nebenkosten und mögliche Ausgleichszahlungen.
Erste Hilfe: So gehen Sie praktisch vor
Schritt 1: Prüfen Sie den Mietvertrag.Stehen beide Ehepartner darin? Oder nur einer?Schritt 2: Klären Sie die Betreuung der Kinder.Wo leben die Kinder überwiegend?Schritt 3: Halten Sie die Wohnungsentscheidung schriftlich fest.Notieren Sie auch den geplanten Übergabetermin.Schritt 4: Informieren Sie den Vermieter.Bei einer endgültigen Überlassung sollte die gesetzliche Regelung beachtet werden.Schritt 5: Regeln Sie die Mietzahlungen.Klären Sie, wer künftig Miete und Nebenkosten trägt.Schritt 6: Achten Sie auf Fristen.Nach der Scheidung kann insbesondere die Jahresfrist des § 1568a Abs. 6 BGB entscheidend sein.
Mietwohnungs-Check nach der Scheidung
Beantworten Sie drei kurze Fragen. Der Check gibt Ihnen eine erste Orientierung.
KOMPLETTPAKET UNTERHALT
Ratgeber + Musterschreiben + Berechnungstools
Verständliche Informationen zum Unterhalt mit praktischen
Musterschreiben, Formularen und Berechnungstools.
Wer darf nach der Scheidung in der Mietwohnung bleiben?
Das entscheidet sich nicht automatisch danach, wer im Mietvertrag steht. Maßgeblich können unter anderem die Lebensverhältnisse, der Wohnbedarf und das Wohl gemeinsamer Kinder sein. § 1568a BGB regelt die endgültige Überlassung der Ehewohnung.
Was passiert mit dem gemeinsamen Mietvertrag?
Ein Ehepartner kann unter den Voraussetzungen des § 1568a Abs. 3 BGB allein in das Mietverhältnis eintreten. Der andere Ehepartner scheidet dann aus dem Mietverhältnis aus.
Wie lange kann die Wohnung nach der Scheidung noch
beansprucht werden?
Der Anspruch auf Überlassung kann grundsätzlich nur innerhalb eines Jahres nach Rechtskraft der Scheidung geltend gemacht werden. Der BGH hat diese zeitliche Grenze im Beschluss vom 10. März 2021 bestätigt.
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Mietwohnung nach der
Scheidung: Wer darf bleiben?
✍️ Autor: Redaktion AMK-Rechtsportal | Aktualisiert: Oktober 2026Eine Scheidung wirft oft eine praktische Frage auf: Wer darf in der bisherigen Mietwohnung bleiben? Besonders schwierig wird es, wenn beide Ehepartner den Mietvertrag unterschrieben haben. Auch Kinder können bei der Entscheidung eine wichtige Rolle spielen.Das Gesetz enthält dafür besondere Regeln. Entscheidend ist außerdem, ob die Wohnung nur vorübergehend während der Trennung zugewiesen wird. Nach der Scheidung gelten andere Vorschriften.Bei der Scheidung kann ein Ehepartner die bisherige Ehewohnung übernehmen. Entscheidend sind unter anderem die Bedürfnisse beider Ehepartner und das Wohl gemeinsamer Kinder. § 1568a BGB regelt außerdem, wer anschließend in den Mietvertrag eintritt oder ihn allein fortführt.
Mietwohnungs-Check nach der Scheidung
Beantworten Sie drei kurze Fragen. Der Check gibt Ihnen eine erste Orientierung.
KOMPLETTPAKET UNTERHALT
Ratgeber + Musterschreiben + Berechnungstools
Verständliche Informationen zum Unterhalt mit praktischen
Musterschreiben, Formularen und Berechnungstools.
Die bisherige Familienwohnung gilt rechtlich als Ehewohnung. Das gilt auch dann, wenn nur einer der Ehepartner den Mietvertrag unterschrieben hat.Bei der endgültigen Regelung nach der Scheidung kommt insbesondere § 1568a BGB zur Anwendung. Danach kann ein Ehepartner verlangen, dass ihm die Wohnung überlassen wird.Das Gesetz stellt dabei auf die konkreten Lebensverhältnisse ab. Auch das Wohl der im Haushalt lebenden Kinder kann eine erhebliche Rolle spielen.
Wer bekommt die Wohnung?
Eine automatische Regel gibt es nicht.Das Gericht betrachtet die Situation beider Ehepartner. Eine besondere Bedeutung kann die Betreuung gemeinsamer Kinder haben.Lebt beispielsweise ein minderjähriges Kind überwiegend bei einem Elternteil, kann dessen Wohnbedarf stärker ins Gewicht fallen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass dieser Elternteil die Wohnung erhält.Auch die persönliche und wirtschaftliche Situation beider Ehepartner kann berücksichtigt werden.
Wenn beide Ehepartner Mieter sind
Haben beide den Mietvertrag unterschrieben, kann einer von ihnen nach der Scheidung die Wohnung allein fortführen.§ 1568a Abs. 3 BGB sieht dafür einen besonderen Eintritt in das Mietverhältnis vor. Der andere Ehepartner scheidet dann aus dem Mietverhältnis aus.
Wenn nur ein Ehepartner Mieter ist
Auch dann kann die Wohnung dem anderen Ehepartner zugewiesen werden.Der Mietvertrag kann unter den Voraussetzungen des § 1568a BGB auf den dort begünstigten Ehepartner übergehen. Der Vermieter muss deshalb nicht automatisch einen völlig neuen Mietvertrag abschließen.
⚠️ Die Trennungszeit ist etwas
anderes
Viele verwechseln die Regelung während der Trennung mit der Regelung nach der Scheidung.Für die Trennungszeit gilt grundsätzlich § 1361b BGB. Danach kann ein Ehepartner die alleinige Nutzung verlangen, wenn dies notwendig ist, um eine unbillige Härte zu vermeiden.Eine solche Härte kann insbesondere bei Beeinträchtigungen des Kindeswohls vorliegen. Auch bestimmte erhebliche Verletzungen oder Drohungen können eine Rolle spielen.Nach der Scheidung greift dagegen grundsätzlich § 1568a BGB.
⏳ Was passiert, wenn einer auszieht?
Ein Auszug sollte gut überlegt sein.Nach § 1361b Abs. 4 BGB gibt es während der Trennung eine wichtige Sechsmonatsregel. Zieht ein Ehepartner aus und bekundet er innerhalb von sechs Monaten keine ernstliche Rückkehrabsicht, wird grundsätzlich vermutet, dass er dem anderen das alleinige Nutzungsrecht überlassen hat.Das kann später erhebliche Auswirkungen haben.Wer auszieht, sollte deshalb wichtige Erklärungen und Vereinbarungen schriftlich festhalten.
Wer zahlt die Miete?
Die Scheidung beendet einen bestehenden Mietvertrag nicht automatisch.Das gilt besonders, wenn beide Ehepartner Mieter sind. Bis die mietrechtliche Situation wirksam geändert wurde, können beide weiterhin vertraglich gebunden sein.Eine interne Vereinbarung zwischen den Ehepartnern ersetzt nicht automatisch die notwendige Regelung gegenüber dem Vermieter.Deshalb sollten Sie die Änderung des Mietverhältnisses sauber dokumentieren.
⚖️ Muss der Vermieter zustimmen?
Bei der gesetzlichen Übertragung nach § 1568a Abs. 3 BGB sieht das Gesetz einen besonderen Eintritt in das Mietverhältnis vor.Entscheidend ist die vorgeschriebene Mitteilung an den Vermieter oder eine rechtskräftige gerichtliche Entscheidung. § 1568a Abs. 3 BGB regelt ausdrücklich, wann der Ehepartner in das Mietverhältnis eintritt.Der Vermieter sollte deshalb über die endgültige Wohnungsüberlassung informiert werden.
Praxisbeispiel: Mutter bleibt mit den
Kindern
Sabine und Thomas sind seit zwölf Jahren verheiratet. Sie haben zwei minderjährige Kinder.Beide stehen im Mietvertrag. Nach der Scheidung bleiben die Kinder überwiegend bei Sabine.Thomas zieht in eine kleinere Wohnung. Sabine möchte die bisherige Familienwohnung weiter nutzen.Beide einigen sich darauf, dass Sabine die Wohnung übernimmt. Die erforderliche Mitteilung an den Vermieter erfolgt anschließend.Damit kann Sabine das Mietverhältnis unter den gesetzlichen Voraussetzungen allein fortführen. Thomas ist dann nicht mehr Vertragspartner, soweit die Voraussetzungen des § 1568a Abs. 3 BGB erfüllt sind.
⚖️ Was gilt bei einer
Eigentumswohnung?
Eine Mietwohnung und eine Eigentumswohnung sind rechtlich nicht gleich zu behandeln.Gehört die Wohnung einem Ehepartner allein, kann der andere die Überlassung nach § 1568a Abs. 2 BGB grundsätzlich nur verlangen, wenn dies notwendig ist, um eine unbillige Härte zu vermeiden.Bei einer Mietwohnung ist der gesetzliche Maßstab weiter. Das Eigentum eines Ehepartners ist dort kein vergleichbarer Ausgangspunkt.
⚖️ Aktuelles Gerichtsurteil zur
Ehewohnung
Der Bundesgerichtshof entschied am 10. März 2021 zum Aktenzeichen XII ZB 243/20 über die nacheheliche Überlassung einer Ehewohnung.Der BGH stellte klar, dass der Anspruch auf Überlassung der Ehewohnung grundsätzlich ein Jahr nach Rechtskraft der Scheidung erlischt, wenn er vorher nicht rechtshängig gemacht wurde. Für Betroffene bedeutet das: Die Wohnungsfrage sollte nach der Scheidung nicht unnötig lange offenbleiben.
Wichtige Frist im Überblick
ThemaFristGrundlageRückkehrabsicht nach Auszug6 Monate§ 1361b BGBÜberlassungsanspruch nach Scheidung1 Jahr§ 1568a BGBMietvertragsregelungzeitnah§ 1568a BGBDie Jahresfrist betrifft nach dem Gesetz insbesondere den Eintritt in ein Mietverhältnis. Der BGH hat klargestellt, dass sie auch für den Überlassungsanspruch relevant ist.
Typische Fehler nach der Scheidung
1. Einfach aus dem Mietvertrag aussteigenEin Auszug beendet den Mietvertrag nicht automatisch. Stehen beide Ehepartner im Vertrag, sollten Sie die weitere Haftung ausdrücklich klären.2. Nur mündliche Absprachen treffen„Du bekommst die Wohnung“ reicht für eine saubere Regelung oft nicht. Halten Sie die Vereinbarung schriftlich fest. Informieren Sie außerdem den Vermieter.3. Die Jahresfrist übersehenWer die Wohnung nach der Scheidung übernehmen möchte, sollte die Frist des § 1568a Abs. 6 BGB beachten. Der BGH hat diese zeitliche Grenze ausdrücklich bestätigt.4. Kinder nicht berücksichtigenBei der Entscheidung über die Ehewohnung kann das Kindeswohl erhebliches Gewicht haben. Dokumentieren Sie deshalb die tatsächliche Betreuungssituation.5. Mietkosten nicht klärenWer nach der Trennung allein in der Wohnung bleibt, sollte die Kostenfrage frühzeitig klären. Das betrifft Miete, Nebenkosten und mögliche Ausgleichszahlungen.
Erste Hilfe: So gehen Sie praktisch
vor
Schritt 1: Prüfen Sie den Mietvertrag.Stehen beide Ehepartner darin? Oder nur einer?Schritt 2: Klären Sie die Betreuung der Kinder.Wo leben die Kinder überwiegend?Schritt 3: Halten Sie die Wohnungsentscheidung schriftlich fest.Notieren Sie auch den geplanten Übergabetermin.Schritt 4: Informieren Sie den Vermieter.Bei einer endgültigen Überlassung sollte die gesetzliche Regelung beachtet werden.Schritt 5: Regeln Sie die Mietzahlungen.Klären Sie, wer künftig Miete und Nebenkosten trägt.Schritt 6: Achten Sie auf Fristen.Nach der Scheidung kann insbesondere die Jahresfrist des § 1568a Abs. 6 BGB entscheidend sein.
❓ FAQ: Mietwohnung nach der
Scheidung
Wer darf nach der Scheidung in der
Mietwohnung bleiben?
Das entscheidet sich nicht automatisch danach, wer im Mietvertrag steht. Maßgeblich können unter anderem die Lebensverhältnisse, der Wohnbedarf und das Wohl gemeinsamer Kinder sein. § 1568a BGB regelt die endgültige Überlassung der Ehewohnung.
Was passiert mit dem gemeinsamen
Mietvertrag?
Ein Ehepartner kann unter den Voraussetzungen des § 1568a Abs. 3 BGB allein in das Mietverhältnis eintreten. Der andere Ehepartner scheidet dann aus dem Mietverhältnis aus.
Wie lange kann die Wohnung nach der
Scheidung noch beansprucht werden?
Der Anspruch auf Überlassung kann grundsätzlich nur innerhalb eines Jahres nach Rechtskraft der Scheidung geltend gemacht werden. Der BGH hat diese zeitliche Grenze im Beschluss vom 10. März 2021 bestätigt.
ZugewinnausgleichErbschaften, Schenkungen und Schmerzensgeld zählen grundsätzlich nicht direkt zum Zugewinn.
GütergemeinschaftFür viele Ehepaare ist Gütertrennung oder die gesetzliche Zugewinngemeinschaft sinnvoller als eine Gütergemeinschaft.
UmgangsrechtDas deutsche Familienrecht schützt das Recht von Kindern und Eltern auf regelmäßigen Kontakt – unabhängig davon, ob Sie das Sorgerecht haben oder nicht.
Viele Leser interessieren sich anschließend auch für:weitere wichtige Themen rund um den Unterhalt
Autor: „Fachredaktion Familienrecht“
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