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Abstandszahlung an den
Vormieter: Was ist erlaubt?
(2026 Guide)
Kurzantwort:
Eine Abstandszahlung für die reine
Wohnungsüberlassung ist in Deutschland illegal.
Erlaubt sind nur Ablösezahlungen für Möbel oder
Einbauten – und auch nur zum fairen Zeitwert.
Definition: Abstandszahlung einfach
erklärt
Eine Abstandszahlung ist Geld, das ein Nachmieter
an den Vormieter zahlt, um:
•
die Wohnung zu „bekommen“
•
bevorzugt ausgewählt zu werden
•
einen früheren Auszug zu erreichen
Problem:
Diese Praxis verstößt gegen das
Wohnungsvermittlungsgesetz und ist unzulässig.
Unterschied: Abstand vs. Ablöse (entscheidend
für die Praxis)
Begriff
Bedeutung
erlaubt?
Abstandszahlung
Geld für die
Wohnung selbst
Nein
Ablösezahlung
Zahlung für Möbel /
Einbauten
Ja
Dieser Unterschied ist der häufigste Fehler bei
Mietern.
Wann ist eine Zahlung legal?
Eine Zahlung ist nur erlaubt, wenn:
•
sie sich auf konkrete Gegenstände bezieht
•
der Preis dem realen Marktwert (Zeitwert)
entspricht
•
kein Zwang oder Druck besteht
Typische zulässige Beispiele:
•
Einbauküche
•
Laminat / Bodenbeläge
•
maßgefertigte Einbauten
auch auf USB Stick
Nebenkostenrechner
Formulare und Vorlagen
sofort nutzbar
Bereits von vielen Mietern und Vermietern erfolgreich genutzt.
Orientierung an der gängigen Rechtsprechung und Praxis.
Wann ist eine Zahlung illegal?
Eine Vereinbarung ist rechtswidrig, wenn:
Sie für für die Wohnung selbst zahlen
der Preis deutlich überhöht ist
Sie unter Druck gesetzt werden („sonst bekommen
Sie die Wohnung nicht“)
Ihre Rechte als Nachmieter
Sie können:
•
überhöhte Forderungen ablehnen
•
gezahltes Geld zurückfordern
•
Verträge anfechten
•
sich rechtlich wehren
Checkliste: Ist die Zahlung erlaubt?
Beantworten Sie diese Fragen:
Gibt es echte Gegenstände?
Ist der Preis realistisch?
Gibt es Kaufbelege?
Fühlen Sie sich unter Druck gesetzt?
Wenn eine Antwort „Nein“ ist → Vorsicht!
Abstandszahlung = illegal
•
Ablöse = erlaubt (bei fairem Preis)
•
50%-Regel = entscheidend
•
Sie sind zu nichts verpflichtet
Im Zweifel: lieber ablehnen als riskieren, Geld zu
verlieren
Die wichtigste Regel: 50%-Grenze
Überschreitet der Preis den Zeitwert um mehr als
50 %, ist der Vertrag nichtig.
Beispiel:
•
Zeitwert Küche: 2.000 €
•
geforderter Preis: 3.200 €
X unzulässig
Sie können Ihr Geld zurückfordern.
Wie berechnet man den Zeitwert?
Der Zeitwert hängt ab von:
•
ursprünglicher Kaufpreis
•
Alter der Gegenstände
•
Abnutzung
•
Zustand
Faustregel:
Je älter und stärker genutzt, desto geringer der
Wert.
Muss ich Möbel vom Vormieter
übernehmen?
Nein.
Sie sind:
•
nicht verpflichtet, etwas zu kaufen
•
nicht verpflichtet, eine Küche zu übernehmen
•
frei in Ihrer Entscheidung
Auch indirekter Druck ist rechtlich angreifbar.
Ausnahme: Erlaubte Kostenübernahme
Zulässig ist:
•
Übernahme von nachweisbaren
Umzugskosten
•
Voraussetzung:
•
echte Kosten (Rechnungen)
•
vorherige Vereinbarung
Typische Tricks von Vormietern
Achte besonders auf:
•
überteuerte Küchen („Neupreis 10.000 €“)
•
künstlich erzeugten Zeitdruck
•
fehlende Belege
Kombination aus Ablöse + „inoffizieller“
Zusatzbetrag
Diese Fälle sind häufig rechtswidrig.
Experten-Tipp
In angespannten Wohnungsmärkten wird das
Gesetz oft umgangen. Gerichte entscheiden
jedoch regelmäßig zugunsten der Mieter.
Dokumentieren Sie alles:
•
Nachrichten
•
Preisforderungen
•
Absprachen
Das erhöht Ihre Erfolgschancen erheblich.
Häufige Fragen zur Abstandszahlung
Ist eine Abstandszahlung erlaubt?
Nein. Eine Abstandszahlung für die bloße
Überlassung einer Wohnung ist in Deutschland
grundsätzlich verboten (§ 4a WoVermRG). Sie
müssen also kein Geld zahlen, nur um die
Wohnung zu bekommen.
Darf ich eine Küche vom Vormieter kaufen?
Ja. Sie dürfen eine Küche oder Möbel
übernehmen, wenn der Preis angemessen ist und
sich am tatsächlichen Zeitwert orientiert. Überhöhte
Preise sind unzulässig.
Was passiert bei überhöhten Preisen?
Ist der Kaufpreis mehr als etwa 50 % über dem
Zeitwert, ist die Vereinbarung unwirksam. Sie
können Ihr Geld zurückfordern – im Gegenzug
müssen Sie die Gegenstände zurückgeben.
Muss ich Möbel vom Vormieter
übernehmen?
Nein. Es besteht keine Pflicht, Möbel, Küche oder
andere Gegenstände zu übernehmen.
Auch indirekter Druck („sonst bekommen Sie die
Wohnung nicht“) ist rechtlich problematisch.
Hinweis:
Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen
stellen keine Rechtsberatung im Einzelfall dar.
Trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr
für Aktualität, Vollständigkeit oder Richtigkeit
übernommen werden. Für eine verbindliche
Bewertung empfehlen wir die Beratung durch eine
Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.
Stand: März 2026 – Redaktion AMK Rechtsportal