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Mietvertrag mit Hausordnung –
Was Mieter und Vermieter
wissen sollten
Autor: Redaktion AMK-Rechtsportal / Aktualisiert:
August 2026
Eine Hausordnung regelt das Zusammenleben der
Bewohner eines Mehrfamilienhauses. Sie enthält
häufig Vorgaben zu Ruhezeiten,
Reinigungspflichten, der Nutzung
gemeinschaftlicher Flächen oder der
Müllentsorgung. Damit diese Regeln für Mieter
verbindlich sind, muss die Hausordnung wirksam in
den Mietvertrag einbezogen werden oder auf einer
gesetzlichen Grundlage beruhen.
Tipp: Lesen Sie die Hausordnung vor der
Unterzeichnung des Mietvertrags sorgfältig durch.
Spätere Änderungen sind nicht uneingeschränkt
zulässig.
✅ Typische zulässige Regelungen
Diese Bestimmungen sind häufig zulässig, sofern
sie angemessen sind:
✔️ Ruhezeiten
✔️ Reinigung gemeinschaftlicher Bereiche
✔️ Mülltrennung
✔️ Nutzung des Fahrradkellers
✔️ Winterdienst, sofern vertraglich vereinbart
✔️ Ordnung im Treppenhaus
❌ Häufig unzulässige Regelungen
Nicht jede Vorgabe ist rechtlich wirksam.
Unzulässig können beispielsweise sein:
❌ Generelles Besuchsverbot
❌ Vollständiges Verbot von Kinderlärm
❌ Pauschales Haustierverbot ohne Ausnahmen
❌ Verbot der Nutzung einer Waschmaschine
❌ Unverhältnismäßige Einschränkungen der
Wohnungsnutzung
Rechtsgrundlagen
⚖️ Wichtige gesetzliche Grundlagen und
Rechtsprechung:
•
§ 535 BGB (Gebrauchsgewährung)
•
§ 241 BGB (vertragliche Pflichten)
•
Allgemeine mietrechtliche Rechtsprechung des
Bundesgerichtshofs (BGH) zur Einbeziehung
und Zulässigkeit von Hausordnungen
Irrtümer
Irrtum 1: Jede Hausordnung ist automatisch
gültig.
❌ Nein. Sie muss wirksam in den Mietvertrag
einbezogen oder anderweitig rechtlich verbindlich
sein.
Irrtum 2: Der Vermieter darf jederzeit neue
Regeln aufstellen.
❌ Neue Regelungen dürfen nicht ohne Weiteres
zusätzliche Pflichten begründen oder bestehende
Vertragsrechte einschränken.
Irrtum 3: Jeder Verstoß führt sofort zur
Kündigung.
❌ In der Regel erfolgt zunächst eine Abmahnung.
Erst bei erheblichen oder wiederholten
Pflichtverletzungen können weitere rechtliche
Schritte in Betracht kommen.
Fazit
Eine Hausordnung kann das Zusammenleben im
Mehrfamilienhaus erleichtern. Verbindlich sind
jedoch nur Regelungen, die rechtlich wirksam
vereinbart wurden und die Mieter nicht
unangemessen benachteiligen. Vor der
Unterzeichnung eines Mietvertrags empfiehlt es
sich daher, die Hausordnung sorgfältig zu lesen und
auf ungewöhnliche oder weitreichende
Verpflichtungen zu achten.
⚖️ Wann ist eine Hausordnung
verbindlich?
✅ Hausordnung ist Bestandteil des
Mietvertrags
Ist die Hausordnung dem Mietvertrag beigefügt
oder ausdrücklich als Vertragsbestandteil
vereinbart, sind ihre Regelungen grundsätzlich
verbindlich. Voraussetzung ist, dass die einzelnen
Bestimmungen rechtlich zulässig sind.
✔️ Im Mietvertrag wird ausdrücklich auf die
Hausordnung verwiesen
Verweist der Mietvertrag eindeutig auf eine
Hausordnung und hatte der Mieter vor
Vertragsabschluss die Möglichkeit, diese
einzusehen, wird sie in der Regel Bestandteil des
Mietvertrags.
❌ Hausordnung hängt nur im Treppenhaus aus
Ein bloßer Aushang im Treppenhaus reicht
normalerweise nicht aus, um neue Rechte oder
Pflichten für Mieter zu begründen. Ohne
entsprechende vertragliche Vereinbarung ist eine
solche Hausordnung nicht automatisch verbindlich.
⚠️ Der Vermieter erlässt nachträglich neue
Pflichten
Der Vermieter kann eine Hausordnung nicht
beliebig erweitern oder neue Verpflichtungen
einführen. Änderungen sind nur in bestimmten
Grenzen zulässig und dürfen Mieter nicht
unangemessen benachteiligen oder den
Mietvertrag wesentlich verändern.
Tipp: Prüfen Sie vor der Unterzeichnung eines
Mietvertrags immer, ob eine Hausordnung
Bestandteil des Vertrags ist und welche
Regelungen sie enthält. Ungewöhnliche oder
weitreichende Pflichten sollten Sie vorab mit dem
Vermieter klären.
Checkliste für Mieter
Prüfen Sie vor der Unterschrift:
☐ Liegt die Hausordnung dem Mietvertrag bei?
☐ Wird im Mietvertrag ausdrücklich auf die
Hausordnung verwiesen?
☐ Enthält sie ungewöhnliche Pflichten?
☐ Sind alle Regelungen verständlich formuliert?
☐ Sind die Vorgaben angemessen und
verhältnismäßig?
❓ FAQ
Darf die Hausordnung nachträglich
geändert werden?
Änderungen sind nur in bestimmten Grenzen
möglich. Sie dürfen insbesondere keine
unzumutbaren neuen Verpflichtungen für Mieter
schaffen.
Muss ich eine neue Hausordnung
unterschreiben?
Nicht zwingend. Ob neue Regelungen gelten, hängt
von den vertraglichen Vereinbarungen und den
jeweiligen Umständen ab.
Gilt die Hausordnung auch für Besucher?
Besucher sollten sich grundsätzlich an die
geltenden Hausregeln halten, solange diese
rechtmäßig sind.
Kann ich gegen einzelne Regelungen
vorgehen?
Ja. Enthält die Hausordnung unwirksame oder
unangemessene Klauseln, können diese rechtlich
überprüft werden.
Ist eine Hausordnung ohne Mietvertrag
gültig?
Eine Hausordnung ist nur dann verbindlich, wenn
sie Bestandteil des Mietvertrags ist oder zusammen
mit dem Mietvertrag übergeben wurde.
Muss ein Mieter das Treppenhaus
reinigen?
Nur wenn diese Pflicht ausdrücklich im Mietvertrag
vereinbart wurde.
Kann der Vermieter die Hausordnung
ändern?
Ja, aber nur eingeschränkt. Neue Pflichten für
Mieter dürfen nicht einseitig eingeführt werden.
Darf eine Hausordnung Besuch
verbieten?
Nein. Besuch gehört zur normalen Nutzung einer
Wohnung.
Darf ein Kinderwagen im Hausflur stehen?
Ja, sofern Fluchtwege frei bleiben und andere
Bewohner nicht erheblich behindert werden.
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Autor: Fachredaktion Mietrecht/ AMK-Rechtsportal
Diese Beiträge wurden von der Redaktion von AMK-
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Die Inhalte basieren auf sorgfältiger Recherche von
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