AMK
Rechtsportal
Abmahnung wegen
Mietschulden: Wann sie nötig
ist – und wann sofort gekündigt
werden darf
Eine Abmahnung wegen Mietschulden ist mehr als
nur eine Mahnung: Sie entscheidet oft darüber, ob
eine Kündigung überhaupt wirksam ist.
Gleichzeitig wissen viele Mieter nicht, dass es
Situationen gibt, in denen Vermieter gar keine
Abmahnung benötigen.
Dieser Leitfaden zeigt präzise, rechtssicher und
verständlich:
•
wann eine Abmahnung zwingend ist
•
wann sie entbehrlich ist
•
wie Mieter eine Kündigung noch abwenden
können
Kurz erklärt
Eine Abmahnung wegen Mietschulden ist
erforderlich, wenn der Vermieter den Mieter wegen
Zahlungsverzuges abmahnt und ihm die Chance
zur Nachzahlung gibt.
Nicht erforderlich ist sie bei erheblichen
Mietrückständen (z. B. zwei Monatsmieten), da hier
eine fristlose Kündigung direkt möglich ist.
Rechtliche Grundlage – der
entscheidende Punkt
Die Abmahnung basiert auf dem Grundsatz:
„Kündigung erst nach erfolgloser Warnung“
ABER: Dieser Grundsatz gilt nicht
uneingeschränkt.
Der Gesetzgeber erlaubt eine sofortige Kündigung,
wenn:
•
das Vertrauen bereits erheblich gestört ist
•
der Zahlungsverzug ein kritisches Ausmaß
erreicht
Wann liegt ein relevanter
Mietrückstand vor?
Nicht jeder Verzug führt sofort zur Kündigung.
Leichter Verzug
•
einzelne verspätete Zahlung
•
geringe Rückstände
Folge: Abmahnung erforderlich
Erheblicher Verzug
•
zwei aufeinanderfolgende Monatsmieten nicht
gezahlt
•
oder Gesamtverzug über zwei Monatsmieten
Folge: fristlose Kündigung ohne Abmahnung
möglich
auch auf USB Stick
verständlich erklärt
praxisnahe Beispiele
Nebenkostenrechner
Formulare und Vorlagen
sofort nutzbar
Typische Fehler
Vermieter:
unklare Abmahnung
falsche Berechnung der Rückstände
zu spätes Handeln
Mieter:
ignorieren der Abmahnung
Teilzahlungen ohne Abstimmung
falsche Einschätzung der Lage
Die Abmahnung ist kein bloßer Formalakt – sie ist
der juristische Wendepunkt im Mietverhältnis.
•
Für Vermieter: Grundlage für eine sichere
Kündigung
•
Für Mieter: letzte Warnung vor dem
Wohnungsverlust
Wer die Unterschiede zwischen einfacher
Verspätung und erheblichem Rückstand kennt,
vermeidet die größten Fehler.
Wann ist eine Abmahnung zwingend
erforderlich?
Eine Abmahnung ist notwendig, wenn:
•
der Rückstand noch nicht gravierend genug ist
•
der Mieter sein Verhalten theoretisch ändern
kann
•
der Vermieter auf eine ordentliche Kündigung
hinarbeitet
Juristisch entscheidend:
Der Mieter muss eine echte zweite Chance
bekommen.
Wann ist keine Abmahnung
erforderlich?
Hier entscheidet sich oft der Fall:
Eine Abmahnung ist entbehrlich, wenn:
•
der Zahlungsrückstand erheblich ist
•
der Mieter bereits mehrfach unpünktlich war
•
klar ist, dass eine Abmahnung nichts ändern
würde
In diesen Fällen darf der Vermieter sofort kündigen
So muss eine rechtssichere
Abmahnung aussehen
Viele Abmahnungen sind unwirksam, weil sie zu
ungenau sind.
Pflichtangaben:
•
konkrete Höhe der Mietschulden
•
genaue Monate des Rückstands
•
klare Zahlungsfrist
•
eindeutige Kündigungsandrohung
Fehler hier = Kündigung später angreifbar
Fristen, die Vermieter beachten
müssen
In der Praxis gilt:
Abmahnung → zeitnah reagieren
Kündigung → ohne unnötige Verzögerung
Wer zu lange wartet, riskiert:
Verlust des Kündigungsrechts
Rettung für Mieter: Kündigung noch
abwendbar?
Selbst nach einer fristlosen Kündigung gilt:
Schonfristzahlung möglich
Das bedeutet:
vollständige Zahlung innerhalb von 2 Monaten
nach Klagezustellung
Kündigung wird rückwirkend unwirksam
Aber:
gilt nur einmal innerhalb von 2 Jahren
Häufige Fragen zur Abmahnung
wegen Mietschulden
Was ist eine Abmahnung wegen
Mietschulden?
Eine Abmahnung wegen Mietschulden ist eine
formelle Aufforderung des Vermieters an den
Mieter, offene Mietzahlungen zu begleichen.
Gleichzeitig wird auf mögliche rechtliche
Konsequenzen wie eine Kündigung hingewiesen.
Ist eine Abmahnung vor einer Kündigung
immer notwendig?
Nein. Eine Abmahnung ist nicht erforderlich, wenn
der Mieter mit mindestens zwei Monatsmieten im
Rückstand ist. In diesem Fall kann der Vermieter
direkt fristlos kündigen.
Wie hoch müssen Mietschulden für eine
fristlose Kündigung sein?
Eine fristlose Kündigung ist möglich, wenn:
zwei aufeinanderfolgende Monatsmieten nicht
gezahlt wurden
oder der Rückstand insgesamt zwei Monatsmieten
erreicht
Welche Frist gilt bei einer Abmahnung?
Es gibt keine gesetzlich festgelegte Frist. In der
Praxis wird jedoch eine kurze Zahlungsfrist (z. B.
7–14 Tage) gesetzt.
Kann ich eine Kündigung wegen
Mietschulden noch verhindern?
Ja. Wenn der Mieter die offenen Beträge innerhalb
von zwei Monaten nach Zustellung der
Räumungsklage vollständig bezahlt, wird die
Kündigung unwirksam (Schonfristzahlung).
Muss eine Abmahnung schriftlich
erfolgen?
Ja, aus Beweisgründen sollte die Abmahnung
immer schriftlich erfolgen.
Wie oft darf wegen Mietschulden
abgemahnt werden?
In der Regel reicht eine Abmahnung aus. Mehrere
Abmahnungen sind nicht erforderlich.
Hinweis:
Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen
stellen keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Trotz
sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für
Aktualität, Vollständigkeit oder Richtigkeit
übernommen werden. Für eine verbindliche
Bewertung empfehlen wir die Beratung durch eine
Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.
Stand: März 2026 – Redaktion AMK Rechtsportal
Bereits von vielen Mietern und Vermietern erfolgreich genutzt.
Orientierung an der gängigen Rechtsprechung und Praxis.