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aktualisiert: Mai 2026
Mietbürgschaft: Rechte, Risiken
und wichtige Regeln für Mieter
und Bürgen
Was ist eine Mietbürgschaft?
Eine Mietbürgschaft ist eine zusätzliche Sicherheit
für Vermieter. Dabei verpflichtet sich eine dritte
Person – der Bürge –, für offene Forderungen des
Mieters einzustehen, wenn dieser seine
Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllt.
Typischerweise verlangen Vermieter eine
Bürgschaft:
bei Studenten oder Auszubildenden,
bei geringem Einkommen,
bei negativer SCHUFA,
oder wenn kein unbefristeter Arbeitsvertrag vorliegt.
Besonders häufig übernehmen Eltern die
Bürgschaft für ihre Kinder.
⚙️ Wie funktioniert eine
Mietbürgschaft?
Der Bürge unterschreibt eine schriftliche
Bürgschaftserklärung. Damit erklärt er, dass er für
bestimmte Schulden des Mieters haftet.
Dazu können gehören:
•
unbezahlte Miete,
•
Nebenkostennachzahlungen,
•
Schadensersatz wegen Beschädigungen,
•
offene Renovierungskosten.
Kommt der Mieter seinen Pflichten nicht nach, darf
der Vermieter den Bürgen in Anspruch nehmen.
⚠️ Welche Risiken hat ein Bürge?
Viele unterschätzen die finanziellen Folgen einer
Bürgschaft.
Der Bürge haftet im Ernstfall mit seinem gesamten
Vermögen. Dazu zählen:
•
Einkommen,
•
Ersparnisse,
•
unter Umständen sogar Immobilien.
Besonders problematisch sind unklare oder
unbegrenzte Bürgschaftserklärungen.
Vor der Unterschrift sollte daher geprüft
werden:
•
✅ Wie hoch ist die maximale Haftung?
•
✅ Für welche Forderungen gilt die Bürgschaft?
•
✅ Gibt es eine zeitliche Begrenzung?
•
✅ Handelt es sich um eine selbstschuldnerische
Bürgschaft?
Wie sollte eine Bürgschaftserklärung
aussehen?
Eine wirksame Mietbürgschaft sollte folgende
Angaben enthalten:
•
vollständiger Name des Mieters,
•
Name des Bürgen,
•
Anschrift der Mietwohnung,
•
Umfang der Haftung,
•
Datum,
•
✍️ Unterschrift des Bürgen.
Unklare Formulierungen führen häufig zu
Streitigkeiten.
Welche Arten von Mietbürgschaften
gibt es?
Elternbürgschaft
Die häufigste Form. Eltern sichern den Mietvertrag
ihrer Kinder ab.
Bankbürgschaft
Eine Bank garantiert die Zahlung gegenüber dem
Vermieter. Dafür verlangt die Bank meist
Gebühren.
Mietkautionsbürgschaft
Hier ersetzt eine Versicherung oder Bank die
klassische Barkaution.
⚠️ Selbstschuldnerische Bürgschaft
Der Bürge haftet sofort, ohne dass der Vermieter
zuerst den Mieter verklagen muss.
⚖️ Unterschied zwischen Mietkaution
und Mietbürgschaft
Viele verwechseln beide Begriffe. Tatsächlich
handelt es sich um unterschiedliche Sicherheiten.
Mietkaution
Mietbürgschaft
Geldbetrag des Mieters
Garantie einer
dritten Person
maximal drei Nettokaltmieten
oft zusätzlich
vereinbart
gesetzlich geregelt
vertraglich
vereinbart
Vermieter verwahrt Geld
Bürge zahlt nur im
Schadensfall
In manchen Fällen versuchen Vermieter, sowohl
Kaution als auch Bürgschaft zu verlangen. Das ist
jedoch nicht immer zulässig.
Darf der Vermieter zusätzlich zur
Kaution eine Bürgschaft verlangen?
Grundsätzlich darf die Sicherheit des Vermieters
drei Nettokaltmieten nicht überschreiten.
Wird zusätzlich zur maximalen Kaution noch eine
Bürgschaft verlangt, kann dies unwirksam sein.
✅ Eine Ausnahme gilt häufig bei freiwilligen
Bürgschaften, beispielsweise wenn Eltern von sich
aus eine zusätzliche Sicherheit anbieten, um die
Chancen auf die Wohnung zu erhöhen.
Wann muss der Bürge zahlen?
Der Bürge haftet nur für die Verpflichtungen, die
ausdrücklich in der Bürgschaftserklärung genannt
sind.
Typische Fälle:
•
Mietrückstände,
•
Schäden an der Wohnung,
•
nicht bezahlte Betriebskosten.
Der Vermieter muss die Forderung nachvollziehbar
belegen können.
Kann eine Mietbürgschaft gekündigt
werden?
Eine Bürgschaft endet normalerweise:
•
nach Beendigung des Mietverhältnisses,
•
nach Begleichung aller offenen Forderungen,
•
⏳ oder wenn eine vereinbarte Frist abläuft.
Eine einseitige Kündigung während eines
laufenden Mietverhältnisses ist meist schwierig.
❌ Häufige Fehler bei Mietbürgschaften
Unbegrenzte Haftung unterschreiben
Viele Bürgschaften enthalten keine Obergrenze.
Vertrag nicht lesen
Besonders bei selbstschuldnerischen Bürgschaften
drohen hohe Risiken.
Zusätzliche Sicherheitsleistungen akzeptieren
Nicht jede Kombination aus Kaution und Bürgschaft
ist rechtlich zulässig.
��️ Mündliche Zusagen vertrauen
Eine Bürgschaft sollte immer schriftlich
erfolgen.
•
Vorteile einer Mietbürgschaft
•
Für Mieter
•
höhere Chancen auf die Wohnung,
•
bessere Chancen trotz geringem Einkommen,
•
Alternative zur hohen Barkaution.
•
Für Vermieter
•
zusätzliche Sicherheit,
•
geringeres Mietausfallrisiko.
❓ FAQ zur Mietbürgschaft
Wie hoch darf eine Mietbürgschaft sein?
Die gesamte Mietsicherheit darf in vielen Fällen
maximal drei Nettokaltmieten betragen.
Können Eltern für ihr Kind bürgen?
Ja, das ist sogar die häufigste Form der
Mietbürgschaft.
Ist eine Mietbürgschaft ohne SCHUFA
möglich?
Ja. Viele Vermieter akzeptieren eine Bürgschaft als
zusätzliche Sicherheit.
Der Vermieter kann den Bürgen zur Zahlung
auffordern.
✍️ Muss eine Bürgschaft notariell beglaubigt
werden?
Nein. Eine schriftliche Erklärung genügt
normalerweise.
Praxisfall: Elternbürgschaft für eine
Studentenwohnung
Max beginnt sein Studium in einer neuen Stadt und
möchte eine Wohnung mieten. Da er kein
regelmäßiges Einkommen hat, verlangt der
Vermieter zusätzliche Sicherheiten.
Die Eltern von Max unterschreiben eine
Mietbürgschaft. Einige Monate später gerät Max
aufgrund finanzieller Probleme mit zwei
Monatsmieten in Rückstand.
Nachdem mehrere Zahlungsaufforderungen
erfolglos bleiben, fordert der Vermieter die offenen
Mietschulden von den Eltern als Bürgen ein. Da die
Bürgschaft wirksam abgeschlossen wurde, müssen
die Eltern die ausstehenden Beträge bezahlen.
Wichtig: Wer eine Mietbürgschaft übernimmt,
haftet im Ernstfall mit seinem eigenen Vermögen
für die vereinbarten Verpflichtungen des Mieters.
⚖️ Aktuelles Urteil zur Mietbürgschaft
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom
14.05.2025 (Az. VIII ZR 256/23) entschieden, dass
Vermieter ein Mietverhältnis nicht fristlos kündigen
dürfen, wenn der Mieter eine vereinbarte
Bankbürgschaft nicht rechtzeitig vorlegt.
Im Mietvertrag war statt einer Barkaution eine
Bankbürgschaft als Sicherheit vereinbart. Der
Mieter legte diese Bürgschaft jedoch nicht vor.
Daraufhin kündigte der Vermieter fristlos.
⚖️ Die Entscheidung
Der BGH stellte klar: Die gesetzliche Regelung zur
fristlosen Kündigung bei ausbleibender
Sicherheitsleistung gilt nur für Geldkautionen, nicht
für Bankbürgschaften. Deshalb war die Kündigung
unwirksam.
Bedeutung für Mieter und Vermieter
Das Urteil stärkt die Rechte von Mietern. Vermieter
können bei einer fehlenden Bankbürgschaft nicht
automatisch fristlos kündigen, sondern müssen
andere rechtliche Möglichkeiten prüfen.
✅ Fazit
Eine Mietbürgschaft kann die Wohnungssuche
deutlich erleichtern, birgt jedoch erhebliche
finanzielle Risiken für den Bürgen.
Vor der Unterschrift sollten alle Bedingungen
genau geprüft werden. Besonders wichtig sind
klare Haftungsgrenzen, verständliche
Vertragsformulierungen und die Einhaltung
gesetzlicher Vorgaben zur Mietsicherheit.
Autor: Redaktion AMK-Rechtsportal
Diese Beiträge wurden von der Redaktion von AMK-
Rechtsportal erstellt.
Die Inhalte basieren auf sorgfältiger Recherche von
Gesetzestexten und aktueller Rechtsprechung. Inhalte
werden regelmäßig mit juristischen Quellen abgeglichen.
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