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BÜRGERGELD

Mietbürgschaft: Rechte, Risiken und

wichtige Regeln für Mieter und Bürgen

Was ist eine Mietbürgschaft?

Eine Mietbürgschaft ist eine zusätzliche Sicherheit für Vermieter. Dabei verpflichtet sich eine dritte Person – der Bürge –, für offene Forderungen des Mieters einzustehen, wenn dieser seine Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllt. Typischerweise verlangen Vermieter eine Bürgschaft: bei Studenten oder Auszubildenden, bei geringem Einkommen, bei negativer SCHUFA, oder wenn kein unbefristeter Arbeitsvertrag vorliegt. Besonders häufig übernehmen Eltern die Bürgschaft für ihre Kinder.

⚙️ Wie funktioniert eine Mietbürgschaft?

Der Bürge unterschreibt eine schriftliche Bürgschaftserklärung. Damit erklärt er, dass er für bestimmte Schulden des Mieters haftet. Dazu können gehören: unbezahlte Miete, Nebenkostennachzahlungen, Schadensersatz wegen Beschädigungen, offene Renovierungskosten. Kommt der Mieter seinen Pflichten nicht nach, darf der Vermieter den Bürgen in Anspruch nehmen.

Welche Arten von Mietbürgschaften gibt es?

Elternbürgschaft

Die häufigste Form. Eltern sichern den Mietvertrag ihrer Kinder ab.

Bankbürgschaft

Eine Bank garantiert die Zahlung gegenüber dem Vermieter. Dafür verlangt die Bank meist Gebühren.

Mietkautionsbürgschaft

Hier ersetzt eine Versicherung oder Bank die klassische Barkaution.

⚠️ Selbstschuldnerische Bürgschaft

Der Bürge haftet sofort, ohne dass der Vermieter zuerst den Mieter verklagen muss.

⚖️ Unterschied zwischen Mietkaution und

Mietbürgschaft

Viele verwechseln beide Begriffe. Tatsächlich handelt es sich um unterschiedliche Sicherheiten. Mietkaution Mietbürgschaft Geldbetrag des Mieters Garantie einer dritten Person maximal drei Nettokaltmieten oft zusätzlich vereinbart gesetzlich geregelt vertraglich vereinbart Vermieter verwahrt Geld Bürge zahlt nur im Schadensfall In manchen Fällen versuchen Vermieter, sowohl Kaution als auch Bürgschaft zu verlangen. Das ist jedoch nicht immer zulässig.

Darf der Vermieter zusätzlich zur Kaution eine

Bürgschaft verlangen?

Grundsätzlich darf die Sicherheit des Vermieters drei Nettokaltmieten nicht überschreiten. Wird zusätzlich zur maximalen Kaution noch eine Bürgschaft verlangt, kann dies unwirksam sein. ✅ Eine Ausnahme gilt häufig bei freiwilligen Bürgschaften, beispielsweise wenn Eltern von sich aus eine zusätzliche Sicherheit anbieten, um die Chancen auf die Wohnung zu erhöhen.

Wann muss der Bürge zahlen?

Der Bürge haftet nur für die Verpflichtungen, die ausdrücklich in der Bürgschaftserklärung genannt sind. Typische Fälle: Mietrückstände, Schäden an der Wohnung, nicht bezahlte Betriebskosten. Der Vermieter muss die Forderung nachvollziehbar belegen können.

⚠️ Welche Risiken hat ein Bürge?

Viele unterschätzen die finanziellen Folgen einer Bürgschaft. Der Bürge haftet im Ernstfall mit seinem gesamten Vermögen. Dazu zählen: Einkommen, Ersparnisse, unter Umständen sogar Immobilien. Besonders problematisch sind unklare oder unbegrenzte Bürgschaftserklärungen. Vor der Unterschrift sollte daher geprüft werden: ✅ Wie hoch ist die maximale Haftung? ✅ Für welche Forderungen gilt die Bürgschaft? ✅ Gibt es eine zeitliche Begrenzung? ✅ Handelt es sich um eine selbstschuldnerische Bürgschaft?

Wie sollte eine Bürgschaftserklärung aussehen?

Eine wirksame Mietbürgschaft sollte folgende Angaben enthalten: vollständiger Name des Mieters, Name des Bürgen, Anschrift der Mietwohnung, Umfang der Haftung, Datum, ✍️ Unterschrift des Bürgen. Unklare Formulierungen führen häufig zu Streitigkeiten.

Kann eine Mietbürgschaft gekündigt werden?

Eine Bürgschaft endet normalerweise: nach Beendigung des Mietverhältnisses, nach Begleichung aller offenen Forderungen, ⏳ oder wenn eine vereinbarte Frist abläuft. Eine einseitige Kündigung während eines laufenden Mietverhältnisses ist meist schwierig.

❌ Häufige Fehler bei Mietbürgschaften

Unbegrenzte Haftung unterschreiben Viele Bürgschaften enthalten keine Obergrenze. Vertrag nicht lesen Besonders bei selbstschuldnerischen Bürgschaften drohen hohe Risiken. Zusätzliche Sicherheitsleistungen akzeptieren Nicht jede Kombination aus Kaution und Bürgschaft ist rechtlich zulässig. ��️ Mündliche Zusagen vertrauen Eine Bürgschaft sollte immer schriftlich erfolgen. Vorteile einer Mietbürgschaft Für Mieter höhere Chancen auf die Wohnung, bessere Chancen trotz geringem Einkommen, Alternative zur hohen Barkaution. Für Vermieter zusätzliche Sicherheit, geringeres Mietausfallrisiko.

❓ FAQ zur Mietbürgschaft

Wie hoch darf eine Mietbürgschaft sein?

Die gesamte Mietsicherheit darf in vielen Fällen maximal drei Nettokaltmieten betragen.

Können Eltern für ihr Kind bürgen?

Ja, das ist sogar die häufigste Form der Mietbürgschaft.

Ist eine Mietbürgschaft ohne SCHUFA möglich?

Ja. Viele Vermieter akzeptieren eine Bürgschaft als zusätzliche Sicherheit.

Was passiert bei Mietschulden?

Der Vermieter kann den Bürgen zur Zahlung auffordern.

✍️ Muss eine Bürgschaft notariell beglaubigt werden?

Nein. Eine schriftliche Erklärung genügt normalerweise.

✅ Fazit

Eine Mietbürgschaft kann die Wohnungssuche deutlich erleichtern, birgt jedoch erhebliche finanzielle Risiken für den Bürgen. Vor der Unterschrift sollten alle Bedingungen genau geprüft werden. Besonders wichtig sind klare Haftungsgrenzen, verständliche Vertragsformulierungen und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zur Mietsicherheit.

Praxisfall: Elternbürgschaft für eine

Studentenwohnung

Max beginnt sein Studium in einer neuen Stadt und möchte eine Wohnung mieten. Da er kein regelmäßiges Einkommen hat, verlangt der Vermieter zusätzliche Sicherheiten. Die Eltern von Max unterschreiben eine Mietbürgschaft. Einige Monate später gerät Max aufgrund finanzieller Probleme mit zwei Monatsmieten in Rückstand. Nachdem mehrere Zahlungsaufforderungen erfolglos bleiben, fordert der Vermieter die offenen Mietschulden von den Eltern als Bürgen ein. Da die Bürgschaft wirksam abgeschlossen wurde, müssen die Eltern die ausstehenden Beträge bezahlen. Wichtig: Wer eine Mietbürgschaft übernimmt, haftet im Ernstfall mit seinem eigenen Vermögen für die vereinbarten Verpflichtungen des Mieters.

⚖️ Aktuelles Urteil zur Mietbürgschaft (BGH, Az.

VIII ZR 256/23)

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 14.05.2025 (Az. VIII ZR 256/23) entschieden, dass Vermieter ein Mietverhältnis nicht fristlos kündigen dürfen, wenn der Mieter eine vereinbarte Bankbürgschaft nicht rechtzeitig vorlegt. Im Mietvertrag war statt einer Barkaution eine Bankbürgschaft als Sicherheit vereinbart. Der Mieter legte diese Bürgschaft jedoch nicht vor. Daraufhin kündigte der Vermieter fristlos. ⚖️ Die Entscheidung Der BGH stellte klar: Die gesetzliche Regelung zur fristlosen Kündigung bei ausbleibender Sicherheitsleistung gilt nur für Geldkautionen, nicht für Bankbürgschaften. Deshalb war die Kündigung unwirksam. Bedeutung für Mieter und Vermieter Das Urteil stärkt die Rechte von Mietern. Vermieter können bei einer fehlenden Bankbürgschaft nicht automatisch fristlos kündigen, sondern müssen andere rechtliche Möglichkeiten prüfen.

Autor: Redaktion AMK-Rechtsportal

Diese Beiträge wurden von der Redaktion von AMK-Rechtsportal erstellt.

Die Inhalte basieren auf sorgfältiger Recherche von Gesetzestexten und aktuel-

ler Rechtsprechung. Inhalte werden regelmäßig mit juristischen Quellen

abgeglichen.

Unser Ziel ist es, rechtliche Themen verständlich und praxisnah darzustellen.

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Mietbürgschaft: Rechte, Risiken

und wichtige Regeln für Mieter

und Bürgen

Was ist eine Mietbürgschaft?

Eine Mietbürgschaft ist eine zusätzliche Sicherheit für Vermieter. Dabei verpflichtet sich eine dritte Person – der Bürge –, für offene Forderungen des Mieters einzustehen, wenn dieser seine Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllt. Typischerweise verlangen Vermieter eine Bürgschaft: bei Studenten oder Auszubildenden, bei geringem Einkommen, bei negativer SCHUFA, oder wenn kein unbefristeter Arbeitsvertrag vorliegt. Besonders häufig übernehmen Eltern die Bürgschaft für ihre Kinder.
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⚙️ Wie funktioniert eine

Mietbürgschaft?

Der Bürge unterschreibt eine schriftliche Bürgschaftserklärung. Damit erklärt er, dass er für bestimmte Schulden des Mieters haftet. Dazu können gehören: unbezahlte Miete, Nebenkostennachzahlungen, Schadensersatz wegen Beschädigungen, offene Renovierungskosten. Kommt der Mieter seinen Pflichten nicht nach, darf der Vermieter den Bürgen in Anspruch nehmen.

⚠️ Welche Risiken hat ein Bürge?

Viele unterschätzen die finanziellen Folgen einer Bürgschaft. Der Bürge haftet im Ernstfall mit seinem gesamten Vermögen. Dazu zählen: Einkommen, Ersparnisse, unter Umständen sogar Immobilien. Besonders problematisch sind unklare oder unbegrenzte Bürgschaftserklärungen. Vor der Unterschrift sollte daher geprüft werden: ✅ Wie hoch ist die maximale Haftung? ✅ Für welche Forderungen gilt die Bürgschaft? ✅ Gibt es eine zeitliche Begrenzung? ✅ Handelt es sich um eine selbstschuldnerische Bürgschaft?

Wie sollte eine Bürgschaftserklärung

aussehen?

Eine wirksame Mietbürgschaft sollte folgende Angaben enthalten: vollständiger Name des Mieters, Name des Bürgen, Anschrift der Mietwohnung, Umfang der Haftung, Datum, ✍️ Unterschrift des Bürgen. Unklare Formulierungen führen häufig zu Streitigkeiten.

Welche Arten von Mietbürgschaften

gibt es?

Elternbürgschaft

Die häufigste Form. Eltern sichern den Mietvertrag ihrer Kinder ab.

Bankbürgschaft

Eine Bank garantiert die Zahlung gegenüber dem Vermieter. Dafür verlangt die Bank meist Gebühren.

Mietkautionsbürgschaft

Hier ersetzt eine Versicherung oder Bank die klassische Barkaution.

⚠️ Selbstschuldnerische Bürgschaft

Der Bürge haftet sofort, ohne dass der Vermieter zuerst den Mieter verklagen muss.

⚖️ Unterschied zwischen Mietkaution

und Mietbürgschaft

Viele verwechseln beide Begriffe. Tatsächlich handelt es sich um unterschiedliche Sicherheiten. Mietkaution Mietbürgschaft Geldbetrag des Mieters Garantie einer dritten Person maximal drei Nettokaltmieten oft zusätzlich vereinbart gesetzlich geregelt vertraglich vereinbart Vermieter verwahrt Geld Bürge zahlt nur im Schadensfall In manchen Fällen versuchen Vermieter, sowohl Kaution als auch Bürgschaft zu verlangen. Das ist jedoch nicht immer zulässig.

Darf der Vermieter zusätzlich zur

Kaution eine Bürgschaft verlangen?

Grundsätzlich darf die Sicherheit des Vermieters drei Nettokaltmieten nicht überschreiten. Wird zusätzlich zur maximalen Kaution noch eine Bürgschaft verlangt, kann dies unwirksam sein. ✅ Eine Ausnahme gilt häufig bei freiwilligen Bürgschaften, beispielsweise wenn Eltern von sich aus eine zusätzliche Sicherheit anbieten, um die Chancen auf die Wohnung zu erhöhen.

Wann muss der Bürge zahlen?

Der Bürge haftet nur für die Verpflichtungen, die ausdrücklich in der Bürgschaftserklärung genannt sind. Typische Fälle: Mietrückstände, Schäden an der Wohnung, nicht bezahlte Betriebskosten. Der Vermieter muss die Forderung nachvollziehbar belegen können.

Kann eine Mietbürgschaft gekündigt

werden?

Eine Bürgschaft endet normalerweise: nach Beendigung des Mietverhältnisses, nach Begleichung aller offenen Forderungen, ⏳ oder wenn eine vereinbarte Frist abläuft. Eine einseitige Kündigung während eines laufenden Mietverhältnisses ist meist schwierig.

❌ Häufige Fehler bei Mietbürgschaften

Unbegrenzte Haftung unterschreiben Viele Bürgschaften enthalten keine Obergrenze. Vertrag nicht lesen Besonders bei selbstschuldnerischen Bürgschaften drohen hohe Risiken. Zusätzliche Sicherheitsleistungen akzeptieren Nicht jede Kombination aus Kaution und Bürgschaft ist rechtlich zulässig. ��️ Mündliche Zusagen vertrauen Eine Bürgschaft sollte immer schriftlich erfolgen. Vorteile einer Mietbürgschaft Für Mieter höhere Chancen auf die Wohnung, bessere Chancen trotz geringem Einkommen, Alternative zur hohen Barkaution. Für Vermieter zusätzliche Sicherheit, geringeres Mietausfallrisiko.

❓ FAQ zur Mietbürgschaft

Wie hoch darf eine Mietbürgschaft sein?

Die gesamte Mietsicherheit darf in vielen Fällen maximal drei Nettokaltmieten betragen.

Können Eltern für ihr Kind bürgen?

Ja, das ist sogar die häufigste Form der Mietbürgschaft.

Ist eine Mietbürgschaft ohne SCHUFA

möglich?

Ja. Viele Vermieter akzeptieren eine Bürgschaft als zusätzliche Sicherheit.

Was passiert bei Mietschulden?

Der Vermieter kann den Bürgen zur Zahlung auffordern.

✍️ Muss eine Bürgschaft notariell beglaubigt

werden?

Nein. Eine schriftliche Erklärung genügt normalerweise.

Praxisfall: Elternbürgschaft für eine

Studentenwohnung

Max beginnt sein Studium in einer neuen Stadt und möchte eine Wohnung mieten. Da er kein regelmäßiges Einkommen hat, verlangt der Vermieter zusätzliche Sicherheiten. Die Eltern von Max unterschreiben eine Mietbürgschaft. Einige Monate später gerät Max aufgrund finanzieller Probleme mit zwei Monatsmieten in Rückstand. Nachdem mehrere Zahlungsaufforderungen erfolglos bleiben, fordert der Vermieter die offenen Mietschulden von den Eltern als Bürgen ein. Da die Bürgschaft wirksam abgeschlossen wurde, müssen die Eltern die ausstehenden Beträge bezahlen. Wichtig: Wer eine Mietbürgschaft übernimmt, haftet im Ernstfall mit seinem eigenen Vermögen für die vereinbarten Verpflichtungen des Mieters.

⚖️ Aktuelles Urteil zur Mietbürgschaft

(BGH, Az. VIII ZR 256/23)

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 14.05.2025 (Az. VIII ZR 256/23) entschieden, dass Vermieter ein Mietverhältnis nicht fristlos kündigen dürfen, wenn der Mieter eine vereinbarte Bankbürgschaft nicht rechtzeitig vorlegt. Im Mietvertrag war statt einer Barkaution eine Bankbürgschaft als Sicherheit vereinbart. Der Mieter legte diese Bürgschaft jedoch nicht vor. Daraufhin kündigte der Vermieter fristlos. ⚖️ Die Entscheidung Der BGH stellte klar: Die gesetzliche Regelung zur fristlosen Kündigung bei ausbleibender Sicherheitsleistung gilt nur für Geldkautionen, nicht für Bankbürgschaften. Deshalb war die Kündigung unwirksam. Bedeutung für Mieter und Vermieter Das Urteil stärkt die Rechte von Mietern. Vermieter können bei einer fehlenden Bankbürgschaft nicht automatisch fristlos kündigen, sondern müssen andere rechtliche Möglichkeiten prüfen.

✅ Fazit

Eine Mietbürgschaft kann die Wohnungssuche deutlich erleichtern, birgt jedoch erhebliche finanzielle Risiken für den Bürgen. Vor der Unterschrift sollten alle Bedingungen genau geprüft werden. Besonders wichtig sind klare Haftungsgrenzen, verständliche Vertragsformulierungen und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zur Mietsicherheit.

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