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BÜRGERGELD
Icon Kategorie Ein Formular, Geld und ein Kugelschreiber liegen auf einem Schreibtisch

❄️ Schmerzensgeld nach Sturz auf Schnee oder

Eis – wer haftet?

Ein Winterspaziergang kann schnell gefährlich werden: Glatte Gehwege, nicht geräumter Schnee oder versteckte Eisplatten führen jedes Jahr zu zahlreichen Stürzen. Doch wann besteht Anspruch auf Schmerzensgeld?

⚖️ Grundsatz: Verkehrssicherungspflicht im Winter

Grundlage ist die sogenannte Verkehrssicherungspflicht (§ 823 BGB). Eigentümer, Vermieter oder Kommunen müssen Gehwege so sichern, dass keine vermeidbaren Gefahren entstehen. Im Winter bedeutet das: Streuen bei Glätte (z. B. mit Salz oder Split) ⏰ Kontrolle morgens und ggf. erneut bei anhaltendem Schneefall ⚠️ Wichtig: Eine absolute Sicherheit wird vom Gesetz nicht verlangt – nur das, was zumutbar und üblich ist.

Wann besteht Anspruch auf Schmerzensgeld?

Ein Anspruch auf Schmerzensgeld (§ 253 BGB) kann entstehen, wenn: der Gehweg pflichtwidrig nicht geräumt wurde eine Gefahrenstelle erkennbar vermeidbar gewesen wäre der Sturz direkt darauf zurückzuführen ist eine Verletzung (z. B. Bruch, Prellung) vorliegt Ohne Verletzung = kein Schmerzensgeld, aber ggf. Schadensersatz (z. B. Kleidung, Arztkosten).

Wer ist verantwortlich?

Situation Verantwortlicher Gehweg vor Einfamilienhaus Eigentümer Mietshaus meist Vermieter (oder Mieter per Vertrag) öffentlicher Gehweg Gemeinde/Stadt Achtung: Räum- und Streupflichten können per Satzung oder Mietvertrag übertragen werden.

Beispiel aus der Praxis

Fallbeispiel: Sturz auf vereistem Gehweg Eine Passantin stürzt morgens um 7:30 Uhr vor einem Mehrfamilienhaus. Der Gehweg war durch nächtlichen Schneefall komplett vereist und nicht gestreut. Verletzung: Handgelenksbruch 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit ⚖️ Das Gericht entschied, dass der Hauseigentümer seine Streupflicht verletzt hat, da: der Schnee bereits in der Nacht gefallen war keine Räumung bis zum Morgen erfolgte die Glätte vorhersehbar war ➡️ Ergebnis: Anspruch auf Schmerzensgeld bejaht zusätzlich Ersatz für Verdienstausfall und Behandlungskosten Hinweis: Dieses Beispiel ist eine typisierte Darstellung aus der Rechtsprechungspraxis und dient der Veranschaulichung. In echten Fällen sind die Details entscheidend (Zeitpunkt, Zumutbarkeit, lokale Satzung).

Typische Gerichtslinie in Deutschland

Gerichte prüfen bei Schneeunfällen sehr genau: ✔ War der Unfallzeitpunkt innerhalb der Räumfrist? ✔ War die Glätte vorhersehbar? ✔ Wurde überhaupt kontrolliert oder gestreut? ✔ Hat der Geschädigte selbst unvorsichtig gehandelt? ⚠️ Häufige Einschränkungen: sehr frühe Morgenstunden → oft eingeschränkte Pflicht anhaltender Schneefall → nur eingeschränkte Haftung „normale Winterglätte“ → kein automatischer Anspruch

Höhe des Schmerzensgeldes

Die Höhe hängt ab von: Art der Verletzung Dauer der Behandlung Arbeitsausfall Schmerzen und Einschränkungen Beispiele (grobe Orientierung): Prellung: 100 – 500 € Handgelenksbruch: 1.000 – 5.000 € komplizierte Frakturen: deutlich höher

Fazit

Ein Anspruch auf Schmerzensgeld nach einem Sturz auf Schnee oder Eis besteht nur, wenn eine verletzte Räum- und Streupflicht nachweisbar ist. Entscheidend ist immer der Einzelfall: Zeitpunkt des Schneefalls Zumutbarkeit der Räumung tatsächliche Gefahrenlage
Infografik mit Schmerzensgeld-Tabelle für verschiedene Verletzungen und einer Orientierung zur möglichen Schmerzensgeldhöhe.

⚖️ Bundesgerichtshof, Urteil vom 15.10.2025

Az.: VIII ZR 250/23 Eine Mieterin stürzte auf einem vereisten Gemeinschaftsweg vor ihrem Mehrfamilienhaus und verlangte Schmerzensgeld. Die Vermieterin berief sich darauf, dass die Wohnungseigentümergemeinschaft den Winterdienst an einen Hausmeisterdienst übertragen hatte. Der Bundesgerichtshof entschied jedoch: ✅ Vermieter bleiben gegenüber ihren Mietern grundsätzlich für die Verkehrssicherheit verantwortlich. ✅ Beauftragt der Vermieter einen Winterdienst, handelt dieser als Erfüllungsgehilfe. ✅ Versäumt der Winterdienst das notwendige Räumen oder Streuen, kann der Vermieter für Schäden und Schmerzensgeld haften. Bedeutung für die Praxis: Die Übertragung des Winterdienstes entbindet Vermieter nicht automatisch von ihrer Haftung. Wer einen Räumdienst beauftragt, muss sich dessen Pflichtverletzungen gegenüber dem Mieter grundsätzlich zurechnen lassen.
Schmerzensgeld Urlaub Ein Urlaub soll Erholung bringen. Kommt es jedoch zu einem Unfall, einer Verletzung oder einer Erkrankung durch mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen, kann unter bestimmten Voraussetzungen ein Anspruch auf Schmerzensgeld bestehen.
Viele Leser interessieren sich anschließend auch für:
Augenverletzung Unter bestimmten Voraussetzungen können Betroffene Schmerzensgeld und Schadensersatz verlangen.
Schmerzensgeld Versicherung In vielen Fällen erfolgt die Zahlung innerhalb weniger Wochen oder Monate. Es gibt jedoch auch Situationen, in denen Versicherungen die Bearbeitung erheblich verzögern.

Autor: Fachredaktion/ Reise- AMK-Rechtsportal

aktualisiert: Juli 2026 –

Diese Beiträge wurden von der Redaktion von AMK-Rechtsportal erstellt.

Die Inhalte basieren auf sorgfältiger Recherche von Gesetzestexten und aktueller

Rechtsprechung. Inhalte werden regelmäßig mit juristischen Quellen abgeglichen.

Unser Ziel ist es, rechtliche Themen verständlich und praxisnah darzustellen.

Geprüfte Inhalte - Verständlich und praxisnah erklärt - Regelmäßig aktualisiert

Hinweis: Die Artikel stellen keine Rechtsberatung dar.

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FAQs

1. Wann habe ich Anspruch auf Schmerzensgeld nach einem

Sturz auf einem vereisten Gehweg?

Ein Anspruch kann bestehen, wenn der Verantwortliche seine Räum- und Streupflicht verletzt hat, der Sturz hierdurch verursacht wurde und eine nachweisbare Verletzung eingetreten ist. Ob tatsächlich ein Anspruch besteht, hängt immer von den Umständen des Einzelfalls ab.

2. Wer haftet bei einem Sturz auf Schnee oder Eis?

Je nach Situation können Grundstückseigentümer, Vermieter, eine Hausverwaltung oder die zuständige Gemeinde verantwortlich sein. Maßgeblich ist, wer im konkreten Fall zur Räumung und Streuung verpflichtet war.

3. Welche Beweise sollte ich nach einem Glatteisunfall

sichern?

Hilfreich sind Fotos der Unfallstelle, Kontaktdaten von Zeugen, ärztliche Befunde sowie Informationen über Uhrzeit und Wetter. Diese Beweismittel können bei der Durchsetzung von Ansprüchen von großer Bedeutung sein.

4. Wie hoch kann das Schmerzensgeld nach einem Sturz

ausfallen?

Die Höhe richtet sich unter anderem nach Art und Schwere der Verletzung, der Dauer der Behandlung, möglichen Folgeschäden sowie vergleichbaren Gerichtsentscheidungen. Eine pauschale Höhe gibt es daher nicht.

5. Hat das aktuelle BGH-Urteil Auswirkungen auf die Haftung?

Ja. Der Bundesgerichtshof (Urteil vom 15.10.2025, Az. VIII ZR 250/23) hat klargestellt, dass Vermieter gegenüber ihren Mietern grundsätzlich für die Verkehrssicherheit verantwortlich bleiben. Beauftragen sie einen Winterdienst, müssen sie sich dessen Pflichtverletzungen unter bestimmten Voraussetzungen zurechnen lassen.

❄️ Schmerzensgeld nach Sturz

auf Schnee oder Eis – wer

haftet?

Ein Winterspaziergang kann schnell gefährlich werden: Glatte Gehwege, nicht geräumter Schnee oder versteckte Eisplatten führen jedes Jahr zu zahlreichen Stürzen. Doch wann besteht Anspruch auf Schmerzensgeld?

⚖️ Grundsatz:

Verkehrssicherungspflicht im Winter

Grundlage ist die sogenannte Verkehrssicherungspflicht (§ 823 BGB). Eigentümer, Vermieter oder Kommunen müssen Gehwege so sichern, dass keine vermeidbaren Gefahren entstehen. Im Winter bedeutet das: Streuen bei Glätte (z. B. mit Salz oder Split) ⏰ Kontrolle morgens und ggf. erneut bei anhaltendem Schneefall ⚠️ Wichtig: Eine absolute Sicherheit wird vom Gesetz nicht verlangt – nur das, was zumutbar und üblich ist.

Wann besteht Anspruch auf

Schmerzensgeld?

Ein Anspruch auf Schmerzensgeld (§ 253 BGB) kann entstehen, wenn: der Gehweg pflichtwidrig nicht geräumt wurde eine Gefahrenstelle erkennbar vermeidbar gewesen wäre der Sturz direkt darauf zurückzuführen ist eine Verletzung (z. B. Bruch, Prellung) vorliegt Ohne Verletzung = kein Schmerzensgeld, aber ggf. Schadensersatz (z. B. Kleidung, Arztkosten).

Wer ist verantwortlich?

Situation Verantwortlicher Gehweg vor Einfamilienhaus Eigentümer Mietshaus meist Vermieter (oder Mieter per Vertrag) öffentlicher Gehweg Gemeinde/Stadt Achtung: Räum- und Streupflichten können per Satzung oder Mietvertrag übertragen werden.

Beispiel aus der Praxis

Fallbeispiel: Sturz auf vereistem Gehweg Eine Passantin stürzt morgens um 7:30 Uhr vor einem Mehrfamilienhaus. Der Gehweg war durch nächtlichen Schneefall komplett vereist und nicht gestreut. Verletzung: Handgelenksbruch 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit ⚖️ Das Gericht entschied, dass der Hauseigentümer seine Streupflicht verletzt hat, da: der Schnee bereits in der Nacht gefallen war keine Räumung bis zum Morgen erfolgte die Glätte vorhersehbar war ➡️ Ergebnis: Anspruch auf Schmerzensgeld bejaht zusätzlich Ersatz für Verdienstausfall und Behandlungskosten Hinweis: Dieses Beispiel ist eine typisierte Darstellung aus der Rechtsprechungspraxis und dient der Veranschaulichung. In echten Fällen sind die Details entscheidend (Zeitpunkt, Zumutbarkeit, lokale Satzung).

Typische Gerichtslinie in Deutschland

Gerichte prüfen bei Schneeunfällen sehr genau: ✔ War der Unfallzeitpunkt innerhalb der Räumfrist? ✔ War die Glätte vorhersehbar? ✔ Wurde überhaupt kontrolliert oder gestreut? ✔ Hat der Geschädigte selbst unvorsichtig gehandelt? ⚠️ Häufige Einschränkungen: sehr frühe Morgenstunden → oft eingeschränkte Pflicht anhaltender Schneefall → nur eingeschränkte Haftung „normale Winterglätte“ → kein automatischer Anspruch

Höhe des Schmerzensgeldes

Die Höhe hängt ab von: Art der Verletzung Dauer der Behandlung Arbeitsausfall Schmerzen und Einschränkungen Beispiele (grobe Orientierung): Prellung: 100 – 500 € Handgelenksbruch: 1.000 – 5.000 € komplizierte Frakturen: deutlich höher

Fazit

Ein Anspruch auf Schmerzensgeld nach einem Sturz auf Schnee oder Eis besteht nur, wenn eine verletzte Räum- und Streupflicht nachweisbar ist. Entscheidend ist immer der Einzelfall: Zeitpunkt des Schneefalls Zumutbarkeit der Räumung tatsächliche Gefahrenlage

⚖️ Bundesgerichtshof, Urteil vom

15.10.2025

Az.: VIII ZR 250/23 Eine Mieterin stürzte auf einem vereisten Gemeinschaftsweg vor ihrem Mehrfamilienhaus und verlangte Schmerzensgeld. Die Vermieterin berief sich darauf, dass die Wohnungseigentümergemeinschaft den Winterdienst an einen Hausmeisterdienst übertragen hatte. Der Bundesgerichtshof entschied jedoch: ✅ Vermieter bleiben gegenüber ihren Mietern grundsätzlich für die Verkehrssicherheit verantwortlich. ✅ Beauftragt der Vermieter einen Winterdienst, handelt dieser als Erfüllungsgehilfe. ✅ Versäumt der Winterdienst das notwendige Räumen oder Streuen, kann der Vermieter für Schäden und Schmerzensgeld haften. Bedeutung für die Praxis: Die Übertragung des Winterdienstes entbindet Vermieter nicht automatisch von ihrer Haftung. Wer einen Räumdienst beauftragt, muss sich dessen Pflichtverletzungen gegenüber dem Mieter grundsätzlich zurechnen lassen.
Schmerzensgeld Urlaub Ein Urlaub soll Erholung bringen. Kommt es jedoch zu einem Unfall, einer Verletzung oder einer Erkrankung durch mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen, kann unter bestimmten Voraussetzungen ein Anspruch auf Schmerzensgeld bestehen.
Augenverletzung Unter bestimmten Voraussetzungen können Betroffene Schmerzensgeld und Schadensersatz verlangen.
Schmerzensgeld Versicherung In vielen Fällen erfolgt die Zahlung innerhalb weniger Wochen oder Monate. Es gibt jedoch auch Situationen, in denen Versicherungen die Bearbeitung erheblich verzögern.

Autor: Fachredaktion/ Reise- AMK-Rechtsportal

aktualisiert: Juli 2026 –

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Hinweis: Die Artikel stellen keine Rechtsberatung dar.

FAQs

1. Wann habe ich Anspruch auf

Schmerzensgeld nach einem Sturz auf

einem vereisten Gehweg?

Ein Anspruch kann bestehen, wenn der Verantwortliche seine Räum- und Streupflicht verletzt hat, der Sturz hierdurch verursacht wurde und eine nachweisbare Verletzung eingetreten ist. Ob tatsächlich ein Anspruch besteht, hängt immer von den Umständen des Einzelfalls ab.

2. Wer haftet bei einem Sturz auf Schnee

oder Eis?

Je nach Situation können Grundstückseigentümer, Vermieter, eine Hausverwaltung oder die zuständige Gemeinde verantwortlich sein. Maßgeblich ist, wer im konkreten Fall zur Räumung und Streuung verpflichtet war.

3. Welche Beweise sollte ich nach einem

Glatteisunfall sichern?

Hilfreich sind Fotos der Unfallstelle, Kontaktdaten von Zeugen, ärztliche Befunde sowie Informationen über Uhrzeit und Wetter. Diese Beweismittel können bei der Durchsetzung von Ansprüchen von großer Bedeutung sein.

4. Wie hoch kann das Schmerzensgeld

nach einem Sturz ausfallen?

Die Höhe richtet sich unter anderem nach Art und Schwere der Verletzung, der Dauer der Behandlung, möglichen Folgeschäden sowie vergleichbaren Gerichtsentscheidungen. Eine pauschale Höhe gibt es daher nicht.

5. Hat das aktuelle BGH-Urteil

Auswirkungen auf die Haftung?

Ja. Der Bundesgerichtshof (Urteil vom 15.10.2025, Az. VIII ZR 250/23) hat klargestellt, dass Vermieter gegenüber ihren Mietern grundsätzlich für die Verkehrssicherheit verantwortlich bleiben. Beauftragen sie einen Winterdienst, müssen sie sich dessen Pflichtverletzungen unter bestimmten Voraussetzungen zurechnen lassen.
AMK
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